Am 5. Oktober 2025 findet im Heimathafen Neukölln in Berlin die zweite RundfunkchorLounge der Saison statt. Diese Veranstaltung widmet sich einem brisanten Thema: Fake News, alternative Fakten und die Auswirkungen von KI-generierten Videofälschungen auf unsere Wahrnehmung der Realität. Unter der Leitung des Rundfunkchors Berlin, dirigiert von Gijs Leenaars, erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, das sowohl musikalische als auch thematische Programmpunkte beinhaltet.
Die Veranstaltung zielt darauf ab, das Bewusstsein für die weit verbreitete Desinformation zu schärfen. Historische Beispiele zeigen, dass auch berühmte Komponist:innen in der Vergangenheit Fake News als wahr erachteten. Dies unterstreicht die kontinuierliche Relevanz von Desinformation, die heute sowohl in sozialen Medien als auch in traditionellen Medien omnipräsent ist. Laut einer Untersuchung gaben im ersten Quartal 2023 48% der Internetnutzer in Deutschland an, auf falsche oder unglaubwürdige Informationen gestoßen zu sein. Zudem erinnerten sich 49% der Erwachsenen im Jahr 2021 an Posts, die den menschengemachten Klimawandel als Falschmeldung darstellten, was die Verbreitung von Desinformationen besonders in Krisenzeiten verdeutlicht, wie Deutschlandfunk beschreibt.
Die Rolle von Desinformation in der Gesellschaft
Desinformation verfolgt meist spezifische Interessen und wird bewusst eingesetzt, um Zynismus oder Verunsicherung zu schüren. Politikwissenschaftler betonen, dass es gezielte Meinungsbeeinflussungen gibt, insbesondere in Wahlkämpfen. Obwohl die Reichweite und Effekte von Desinformationen schwer messbar sind, ist ihr Einfluss auf die Gesellschaft nicht zu vernachlässigen. Kommunikationswissenschaftler zeigen zudem, dass die Gefährdung der Demokratie durch Desinformation nicht akut ist. Dennoch fühlen sich viele Menschen in einem alarmistischen Umfeld unzufriedener mit der Demokratie, was die Wichtigkeit von Medienkompetenz unterstreicht.
Um erfolgreich gegen Fake News und Desinformation vorzugehen, ist es entscheidend, dass Einzelpersonen kritisch hinterfragen, Quellen vergleichen und die Absender von Informationen prüfen. Verrückte emotionale Sprache ist ein häufiges Merkmal von Desinformation, die oft gezielt eingesetzt wird, um Ängste und Wut zu schüren. Es wurde festgestellt, dass von 2016 an, insbesondere nach dem Brexit-Referendum und der Wahl Donald Trumps, das Interesse an Fake News in den Medien und in der wissenschaftlichen Diskussion enorm gestiegen ist. bpb hebt hervor, dass der Begriff „Fake News“ mittlerweile auch als politischer Kampfbegriff verwendet wird.
Medienkompetenz als Schlüsselmaßnahme
Die Förderung von Medienkompetenz wird als entscheidender Ansatz zur Bekämpfung von Fake News angesehen. Studien zeigen, dass Menschen mit geringerem Vertrauen in politische und medialen Institutionen anfälliger für solche irreführenden Inhalte sind. Maßnahmen wie Faktenchecks und Sensibilisierungskampagnen sind notwendig, um das Vertrauen in seriöse Medien zu stärken. Ab 2018 haben sich viele Onlineplattformen im „Code of Practice on Disinformation“ verpflichtet, aktiv gegen Desinformation vorzugehen. Der Digital Services Act der EU verpflichtet Plattformen wie Facebook, YouTube und TikTok zudem, Risiken für ihre Nutzer zu bewerten.
Am Ende der RundfunkchorLounge haben die Besucher die Möglichkeit, den Abend gemütlich bei Lounge-Musik an der Bar ausklingen zu lassen. Die Teilnahme an dieser interaktiven Veranstaltung könnte dazu beitragen, das eigene Bewusstsein für die Thematik zu schärfen und die eigene Medienkompetenz weiterzuentwickeln.