In Spandau wird am 3. März 2026 der 99. Stolperstein verlegt, um Alfred Arendt zu ehren, einen Widerstandskämpfer, der sich mutig gegen das nationalsozialistische Regime stellte. Arendt, der 1944 hingerichtet wurde, ist ein Symbol für den Widerstand, der auch in der Region Spandau geleistet wurde. Die Stolpersteinverlegung wird von der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau organisiert und von Schülerinnen und Schülern der Bertolt-Brecht-Oberschule sowie Auszubildenden des SOS-Kinderdorfs in Gatow begleitet. Diese Initiative zeigt, wie wichtig es ist, die Geschichte lebendig zu halten und das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in der heutigen Gesellschaft zu verankern. Quelle.
Alfred Arendt wurde 1933 im Alter von 16 Jahren von den Nationalsozialisten verhaftet. Vor dieser ersten Verhaftung lebte er mit seiner Mutter Auguste in der Achenbachstraße 4, wo sie einen Kinderhort verwalteten. Nach seiner Flucht konnte er bis 1935 untertauchen, bevor er im September 1935 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 7,5 Jahren Haft verurteilt wurde. Seine Haft verbrachte er in verschiedenen Gefängnissen, und nach Ablauf seiner Strafe wurde er im Spätsommer 1942 ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Dort wurde er im Herbst 1944 als einer von 27 Häftlingen wegen der Bildung einer Widerstandsbewegung erschossen.
Widerstand gegen das Regime
Der Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime war vielfältig und umfasste nicht nur individuelle Kämpfer wie Arendt. Auch in der katholischen Kirche gab es Stimmen, die sich gegen die Ungerechtigkeiten des Regimes wandten. Bischof Clemens August Graf von Galen, zum Beispiel, stellte sich vehement gegen die Verleumdungen und die Zwangsabführungen von Geisteskranken. Er warnte vor der moralischen Abwertung von Menschen als „unproduktiv“ und appellierte an die Bürger, sich für das Leben und die Ehre der Ordensleute einzusetzen. Diese mutigen Stimmen trugen dazu bei, ein Bewusstsein über die Grausamkeiten des Regimes zu schaffen und den Widerstand zu stärken (Quelle).
Der Widerstand war in den verschiedenen Schichten der Gesellschaft verankert. Rudolf von Scheliha, ein Diplomat, der nationalsozialistische Verbrechen aufdeckte und verfolgten Juden half, wurde 1942 von der Gestapo festgenommen und hingerichtet. Auch Carl Friedrich Goerdeler, der aus Protest gegen den Antisemitismus von seinem Posten zurücktrat, war eine zentrale Figur im konservativen Widerstand. Der Goerdeler-Kreis plante einen Umsturz und war bereit, eine neue, gerechtere Ordnung nach dem Fall des Regimes zu schaffen. Diese verschiedenen Strömungen zeugen von der Entschlossenheit vieler Menschen, sich dem Unrecht entgegenzustellen (Quelle).
Gedenken und Erinnerungskultur
Die Verlegung des Stolpersteins für Alfred Arendt reißt den Vorhang zur Geschichte auf und lässt uns innehalten. In einer Zeit, in der wir uns mit den Schatten der Vergangenheit auseinandersetzen, ist es unerlässlich, solche Erinnerungen zu bewahren. Schülerinnen und Schüler, die sich mit Arendts Lebensgeschichte beschäftigen, tragen dazu bei, dass die Lehren aus der Geschichte nicht in Vergessenheit geraten. Die Teilnahme der Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit, Tanja Franzke, an der Zeremonie unterstreicht die Bedeutung dieses Gedenkens für die gesamte Gemeinschaft.
Das Gedenken an Alfred Arendt und seine Mitstreiter ist nicht nur ein Akt der Erinnerung, sondern auch ein Aufruf, die Werte von Menschlichkeit und Zivilcourage in der heutigen Zeit zu leben. Weitere Informationen zur Jugendgeschichtswerkstatt und den Stolpersteinen in Spandau sind auf der Webseite www.jgwspandau.de verfügbar.