Im vergangenen Jahr wurde in Berlin ein dramatischer Rückgang bei den Flüchtlingszahlen verzeichnet. Laut Angaben des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) wurden 2024 insgesamt 21.342 geflüchtete Menschen aufgenommen, was einem Rückgang von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dennoch bleiben die Herausforderungen für die Berliner Behörden enorm, insbesondere bei der Unterbringung. LAF-Präsident Mark Seibert warnte, dass trotz der gesunkenen Zahlen die Arbeitsbelastung seiner Mitarbeiter sich in den letzten zwei Jahren verdoppelt hat, und er monierte nachdrücklich, dass dringend 270 zusätzliche Stellen benötigt werden, um die Anforderungen zu bewältigen, wie [berliner-zeitung.de](https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/fluechtlingskrise-trotz-sinkender-migrantenzahlen-aechzt-berliner-behoerde-unter-der-hohen-belastung-li.2287377) berichtete.
Aktuell sind in Berlin etwa 41.369 geflüchtete Menschen untergebracht, von denen 33.530 in landeseigenen Unterkünften leben. Trotz dieses Anstiegs gibt es jedoch nach wie vor einen Druck auf die bestehenden Einrichtungen, insbesondere in Notunterkünften wie dem Ankunftszentrum Tegel, wo bis zu 8.000 Menschen untergebracht sind. Um die Situation zu verbessern, plant das LAF für 2025, 15 neue Unterkünfte zu schaffen, darunter Containerdörfer und modulare Bauten, die insgesamt 2.000 neue Plätze bieten sollen. Dies wurde in einer Bilanz des LAF hervorgehoben, die auch auf die Bemühungen hinwies, die Unterbringung unter menschenwürdigen Bedingungen sicherzustellen, wie der [nordkurier.de](https://www.nordkurier.de/regional/brandenburg/bilanz-2024-weniger-neue-fluechtlinge-in-berlin-3218732) berichtete.
Politische und personelle Hürden
Doch der Weg zu einer besseren Unterbringung ist von politischen und personellen Hürden geprägt. So wurde ein geplanter Gebäudekomplex in Charlottenburg aufgrund politischer Blockaden zurückgestellt, was die Schaffung von dringend benötigten Unterkünften gefährdet. Seibert kritisierte auch die nachlassende politische Entschlossenheit, welche die Finanzierung wichtiger Projekte in Frage stellt. Zudem kämpfen die Mitarbeiter des LAF unter erschwerten Bedingungen, da die Zahl der Beschäftigten im vergangenen Jahr um fast 6 Prozent gesenkt wurde, während die Nachfrage nach sozialer Unterstützung weiter ansteigt. Der LAF verzeichnete 2024 erstmals über 100.000 persönliche Vorsprachen, was einen Rekord darstellt und die Dringlichkeit von mehr Personal unterstreicht, um der steigenden Arbeitslast gerecht zu werden.