Heute ist der 5.02.2026 und wir werfen einen Blick auf die dramatischen Ereignisse rund um die Menschenrechtsaktivistin Maryam, die kürzlich aus dem berüchtigten Evin-Gefängnis im Iran einen siebentägigen medizinisch bedingten Hafturlaub erhalten hat. Maryam, die als engagierte Kämpferin für Gleichberechtigung und Demokratie bekannt ist, freut sich darauf, ihre Familie wiederzusehen. Diese hat heimlich eine Flucht über das türkisch-iranische Grenzgebirge organisiert, während ihr Ehemann Behnam in Deutschland lebt. Doch Maryam steht vor einer schmerzhaften Entscheidung: Soll sie mit ihrer Familie in die Freiheit fliehen oder ins Gefängnis zurückkehren, um ihren Kampf für die Menschenrechte fortzusetzen? Weitere Informationen zu Maryams Geschichte finden Sie hier.
Die Situation für Menschenrechtsaktivisten im Iran ist alarmierend. Ein Beispiel ist Nahid Taghavi, eine iranisch-deutsche Menschenrechtlerin, die am 12. Januar 2025 nach über vier Jahren Haft freigelassen wurde. Ihre Verhaftung durch die Islamische Revolutionsgarde während eines Besuchs im Iran führte zu einem Schauprozess, der sie mit einer zehnjährigen Haftstrafe belegte. Amnesty International setzte sich während ihrer Haftzeit unermüdlich für ihre Freilassung ein. Taghavi erlebte Folter und Isolationshaft und bekam trotz gesundheitlicher Probleme keine medizinische Versorgung. Ihre Tochter, Mariam Claren, äußerte sowohl Erleichterung über die Rückkehr ihrer Mutter als auch Trauer über die verlorene Zeit. Die Menschenrechtslage im Iran hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert, mit einer alarmierenden Zunahme von Hinrichtungen und Gewalt gegen Demonstranten. Im Jahr 2023 wurden mindestens 853 Todesstrafen vollstreckt, was einer Steigerung von 170 Prozent im Vergleich zu 2021 entspricht. Amnesty fordert von der deutschen Bundesregierung einen Abschiebungsstopp für den Iran und eine öffentliche Verurteilung der Menschenrechtsverletzungen. Weitere Details zu Nahid Taghavis Geschichte können Sie hier nachlesen.
Die Gefahren in Evin
Die Situation im Evin-Gefängnis ist nicht nur für die Insassen, sondern auch für die medizinischen Angestellten besorgniserregend. Jüngste Berichte über Angriffe auf den Gefängniskomplex haben die Aufmerksamkeit auf die Gefahren gelenkt, denen die Menschenrechtsverteidiger im Iran ausgesetzt sind. Die Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi berichtete von Augenzeugen, die sahen, wie der Krankenwagen des Gefängnisses während eines Angriffs zerstört wurde. Die Klinik des Gefängniskomplexes wurde ebenfalls getroffen, was zu Verletzungen unter den Gefangenen und dem medizinischen Personal führte. Ärztin Saeedeh Makarem, die in der medizinischen Klinik des Gefängnisses arbeitete, wurde verletzt, als Teile des Gebäudes einstürzten. Ihre Schilderungen zeigen, wie Gefangene ihr halfen, indem sie sie in eine sichere Ecke zogen und ihr Wasser und eine Decke brachten. Diese Berichte verdeutlichen die prekäre Lage, in der sich die Menschenrechtsaktivisten und ihre Unterstützer befinden. Weitere Informationen zu diesen erschütternden Ereignissen finden Sie hier.
Die Schicksale von Maryam und Nahid Taghavi sind nur zwei Beispiele für die Herausforderungen, mit denen Menschenrechtsaktivisten im Iran konfrontiert sind. Ihre Geschichten sind ein eindringlicher Aufruf, die Augen nicht vor den Menschenrechtsverletzungen im Iran zu verschließen und sich für die Rechte derjenigen einzusetzen, die für Freiheit und Gerechtigkeit kämpfen.