In der malerischen Kulisse eines abgelegenen georgischen Dorfes entfaltet sich die Geschichte von Etero, einer fast 50-jährigen Frau, die aus voller Überzeugung nie geheiratet hat. Sie betreibt einen kleinen Laden und genießt ihr ungebundenes und ruhiges Leben, auch wenn sie oft mit Herablassung und Spott von den Dorfbewohnern konfrontiert wird. Etero hat sich in ihrer Unabhängigkeit eingerichtet, doch ein Unfall, der ihr Leben auf den Kopf stellt, weckt in ihr eine bisher unbekannte Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Nähe. Diese Wendung führt sie in eine leidenschaftliche Liebe zu einem Mann, was sie vor die Entscheidung stellt, ob sie eine Beziehung eingehen oder ihre Unabhängigkeit bewahren möchte. Um ihren eigenen Weg zum Glück zu finden, muss Etero ihre Gefühle und Bedürfnisse neu entdecken. Mehr dazu erfahren Sie in der Originalquelle hier.
Der Film „Amsel im Brombeerstrauch“, der von Elene Naveriani inszeniert wurde, feierte seine Uraufführung bei der Quinzaine des cinéastes in Cannes 2023 und erhielt den Hauptpreis beim Sarajevo Film Festival 2023. Die Hauptdarstellerin Eka Chavleishvili wurde für ihre beeindruckende Darstellung der Etero ausgezeichnet. Der Film thematisiert nicht nur die persönliche Reise einer Frau, sondern spiegelt auch gesellschaftliche Herausforderungen wider, mit denen Frauen in patriarchalen Strukturen konfrontiert sind. Etero verkörpert eine starke, unabhängige Figur, die durch einen unvorhergesehenen Vorfall gezwungen ist, sich mit ihren innersten Wünschen auseinanderzusetzen. Weitere Informationen finden Sie in der Quelle hier.
Feministische Perspektiven im Film
In einem breiteren Kontext wird die Relevanz solcher Geschichten besonders deutlich im Rahmen des Filmfestivals „feminist elsewheres“, das vom 07. bis 12. November 2023 im Berliner Arsenal stattfand. Das Festival reflektierte über die Geschichte des Feminismus in Wellen und deren Verschiebungen und bot eine Plattform für den Austausch zwischen früheren und aktuellen Akteur_innen des feministischen Films. Unter dem Titel „Anderswo“ wurden verschiedene Filme gezeigt, die Resonanzen und Brüche in feministischen Erzählungen aufzeigten.
Das Programm basierte auf zwei zentralen Ereignissen der deutschen feministischen Filmgeschichte und umfasste restaurierte Filme sowie zeitgenössische Arbeiten. Ein Highlight war das historische Arbeitsmaterial „Long Road to the Director’s Chair“ von Vibeke Løkkeberg, das die Arbeitsbedingungen von Frauen in Film und Medien thematisierte. Solche Veranstaltungen schaffen nicht nur Räume für intergenerationale Diskussionen, sondern thematisieren auch wichtige Aspekte wie Sexismus in der Filmbranche und den Kampf um körperliche Selbstbestimmung. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte marginalisierter Gruppen ist zentral für feministisches Denken. Weitere Informationen zu diesem spannenden Festival finden Sie in der Quelle hier.