Die Stadt Berlin ist bekannt für ihre vielfältige und oft umstrittene Geschichte, die sich auch in den Straßennamen widerspiegelt. Ein neuer Höhepunkt der Auseinandersetzung mit diesem Erbe ist die bevorstehende Ausstellung „Spandaus SonderWege“, die am Donnerstag, den 6. November, um 18 Uhr in der Zitadelle Spandau eröffnet wird. Diese Ausstellung beleuchtet die Geschichte von Spandau, insbesondere die (Um)benennung von Straßen, und thematisiert dabei Namen wie die Jüdenstraße, den Erich-Meier-Weg und Hans Carossa. Diese Namensgeber stehen exemplarisch für die bewegte Vergangenheit des Bezirks und den Umgang mit öffentlicher Erinnerung, wie berlin.de berichtet.

Ein zentrales Anliegen der Ausstellung ist es, den historischen Wandel, der mit den Straßennamen verbunden ist, zu illustrieren. Die ursprünglichen Benennungen geben Aufschluss über prägende Personen und Ereignisse und lassen zudem Spuren der mittelalterlichen Stadtstrukturen erahnen. Immer wieder angefacht durch die Eingemeindung, den Zweiten Weltkrieg und die Wiedervereinigung, sorgen Umbenennungen seit Jahrzehnten für politische und gesellschaftliche Debatten. Diese Debatten erweisen sich als besonders relevant, da feministische, antikoloniale und antirassistische Prinzipien zunehmend in den Fokus rücken, wie rbb24 ergänzt.

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Aktuelle Entwicklungen in Spandau

Spandau ist Teil des Projekts „umbenennen? !“, in dem zwölf Berliner Bezirksmuseen und das Aktive Museum für Faschismus und Widerstand in Berlin e. V. zusammenarbeiten, um die Geschichte der Straßennamen in Berlin aufzuarbeiten. Die Ausstellung wird 2025 und 2026 in allen Berliner Bezirken gezeigt und dabei um bezirksspezifische Inhalte erweitert, berichtet zitadelle-berlin.de.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Tatsache, dass in den letzten Jahren Infografiken und Statistiken aufgezeigt haben, dass nur etwa 5 % der Berliner Straßen nach Frauen benannt sind, während 29 % Männer als Namensgeber haben. Berlin hat in der Vergangenheit zahlreiche Straßen umbenannt, häufig aufgrund der problematischen Hintergründe der ursprünglichen Namensgeber. Diese Tendenz trifft auf wachsendes Interesse, auch in ganz Spandau, wo anwohnerbasiertes Engagement und Diskussionen über Namensänderungen zunehmen.

Besucherinformationen zur Ausstellung

Die Ausstellung „Spandaus SonderWege“ wird zweisprachig angeboten, sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch, was ihre Zugänglichkeit erhöht. Zudem finden jeden ersten Sonntag im Monat in der Zitadelle Spandau Führungen statt, die zusätzlich Einblicke in die Ausstellung bieten und für die Besucher kostenlos sind, mit Ausnahme des Gauklerfestes am 5. Oktober 2025.

Die Regulierungskosten für den Eintritt betragen 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro für Schüler, Studenten und andere berechtigte Gruppen. Öffentliche Führungen finden zudem jeden Samstag und Sonntag um 14 Uhr statt, wobei die entsprechenden Kosten das Zitadellenticket einschließen.