Schulplatzvergabe in Berlin: Über 90% der Sechstklässler haben Glück!

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Berliner Schüler erhalten Schulplatz-Zuweisungen für 7. Klassen: Über 90% an Wunschschulen, kritische Elternwarnung.

Berliner Schüler erhalten Schulplatz-Zuweisungen für 7. Klassen: Über 90% an Wunschschulen, kritische Elternwarnung.
Berliner Schüler erhalten Schulplatz-Zuweisungen für 7. Klassen: Über 90% an Wunschschulen, kritische Elternwarnung.

Schulplatzvergabe in Berlin: Über 90% der Sechstklässler haben Glück!

Am 10. Juli 2025 wurden die Schulplatz-Bescheide für Berliner Sechstklässler verteilt. Über 90% der Kinder erhielten einen Platz an einer ihrer Wunsch-Schulen. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) gab bekannt, dass insgesamt 31.000 Schüler einen Platz in den 7. Klassen erhalten haben. Für die Schuljahre 2025/26 mussten 27.309 Plätze neu verteilt werden. Von den Schülern, die einen Platz erhielten, gehen 10.265 auf ein Gymnasium und 17.044 auf eine Integrierte Sekundarschule (ISS) oder Gemeinschaftsschule. Besonders auffällig ist, dass ein Viertel der Kinder mit Gymnasialempfehlung sich für eine ISS oder Gemeinschaftsschule entschieden hat.

Die Zugangsvoraussetzungen für die Oberschulen sind sehr wettbewerbsintensiv. Der Zugang erfolgt über den Notendurchschnitt der Förderprognose, der Numerus Clausus (NC) einer Schule variiert jährlich und hängt stark von den besten Bewerbungen ab. Viele leistungsstarke Schüler haben daher bessere Chancen auf begehrte Schulen, während Kinder mit schlechteren Noten Schwierigkeiten haben, realistische Wunsch-Schulen zu finden. Es wird berichtet, dass selbst Kinder mit guten Noten, wie eine Schülerin mit einer Förderprognose von 1,1, keinen Platz am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium erhielten, wo 236 Schüler um 126 Plätze konkurrierten.

Herausforderungen bei der Schulplatzvergabe

In diesem Jahr haben rund 28.000 Schüler und ihre Familien Informationen über ihre Schulzuweisungen erhalten. Während etwa 90 Prozent an einer Wunschschule platziert wurden, sehen sich die verbleibenden 10 Prozent, darunter auch Kinder aus Pankow, Mitte und Treptow-Köpenick, mit der Enttäuschung konfrontiert, keinen Platz zugewiesen bekommen zu haben. In Treptow-Köpenick wurden insgesamt 2.248 Schulplätze an 17 Oberschulen eingerichtet. Von den Schülern aus diesem Bezirk erhielten 1.756 einen Platz an ihrer Erstwunschschule. 159 Schüler bekamen ihren Zweitwunsch und 48 den Drittwunsch, während 206 Schüler ohne Zuweisung zurückblieben.

Die Herausforderungen des Übergangsverfahrens wurden auch durch Bezirksstadtrat Marco Brauchmann hervorgehoben. Er betont die Notwendigkeit einer Vereinfachung in der Zukunft. Um die Familien zu unterstützen, wurde eine Hotline eingerichtet, unter der Fragen zur Schulplatzvergabe geklärt werden können. Diese ist vom 27. Juni bis 25. Juli 2025 verfügbar.

Überlastete Schulen und hohe Nachfrage

Ein besorgniserregendes Beispiel ist die Situation von Romy aus Prenzlauer Berg, die keinen Platz in Pankow bekam und nun nach Neukölln pendeln soll. Ihr Vater kritisiert die lange Pendelzeit und fordert eine bessere Organisation des Schulsystems. Der Druck auf die Schulen ist besonders in Pankow groß, wo der Bedarf an Schulplätzen enorm hoch ist und viele Schulen übernachgefragt werden. Bildungssenatorin Günther-Wünsch fordert daher mehr Schulneubauten, insbesondere im Oberschulbereich.

Die regulatorischen Bedingungen und das Vergabeverfahren sind allerdings komplex. Eltern werden geraten, beliebte Schulen als Erstwunsch sowie weniger beliebte Schulen für Zweit- und Drittwünsche anzugeben. Dies könnte dazu beitragen, dass Schüler besser untergebracht werden können. Der Landeselternausschuss hat sogar eine Tauschbörse für Schulplätze angeregt, um die Vergabe und die Zufriedenheit der Familien zu verbessern.

Die Bildungsverwaltung zeigt sich offen für Verfahren zur Verbesserung des Schulplatzvergabeprozesses, um die Bedürfnisse der Schüler und ihrer Eltern besser zu berücksichtigen und die Herausforderungen bei der Zuweisung zu mindern.