Im Berliner Stadtteil Lichtenrade steht die Schokoladenfabrik des Lebensmittelkonzerns Cargill vor dem Ende. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat bestätigt, dass das Werk zum Jahresende 2025 geschlossen werden soll. Diese Entscheidung betrifft rund 40 Beschäftigte, die am 7. Oktober 2025 informiert wurden, dabei jedoch ohne vorherige Einbindung des Betriebsrats. Der Standort hat eine über 50-jährige Geschichte, gegründet 1964 in Westberlin, und wurde 2011 von Cargill übernommen.

Laut NGG ist die Auslastung des Schokoladenwerks gut, sodass eine Schließung wirtschaftlich nicht notwendig sei. Die Gewerkschaft kritisiert die profitgetriebene Unternehmenspolitik von Cargill, da der Arbeitgeber bisher keine Bereitschaft gezeigt hat, über die Zukunft der Beschäftigten zu verhandeln. Insbesondere wird ein Sozialplan gefordert, um die Folgen für die Mitarbeiter abzufedern.

Keine Einbindung des Betriebsrats

Die Tatsache, dass der Betriebsrat bei der Entscheidung zur Schließung übergangen wurde, wirft rechtliche Fragen auf. Der Betriebsrat hatte in der Vergangenheit auch auf Investitionsrückstände und Missstände hingewiesen, doch das Management habe nicht reagiert. Beschäftigte sehen sich jetzt inmitten der bevorstehenden Weihnachtszeit mit der Aussicht auf Arbeitslosigkeit konfrontiert.

Die Schokoladeproduktion in Lichtenrade, die 1964 in West-Berlin gegründet wurde, hat in der Vergangenheit mehrere Besitzerwechsel durchlebt. Nach einem Verkauf an Dr. Oetker im Jahr 1977 und einer Übernahme durch Schwartau im Jahr 2003, gelangte das Werk schließlich 2011 in die Hände von Cargill, einem Unternehmen mit Hauptsitz in Minnesota, USA. Der aktuelle Schritt, die Schließung des Werks anzukündigen, könnte sich als belastend für die Arbeitnehmer und die gesamte Region erweisen.

Der Mutterkonzern Cargill und die Branche

Cargill ist ein bedeutender Akteur in der Lebensmittelindustrie und hat mit der Übernahme mehrerer Standorte zum Wachstum der Schokoladenproduktion beigetragen. Die Analyse der Branche zeigt, dass Cargill sowohl in der Süßwaren- als auch in der Lebensmittelindustrie gut positioniert ist. Diese aktuelle Schließungsankündigung könnte jedoch für die Beschäftigten einen schweren Rückschlag bedeuten, zumal die Bereitschaft zur Schaffung eines vernünftigen Übergangsplans nicht gegeben ist. Die Ungewissheit über die eigene Zukunft ist insbesondere in der Vorweihnachtszeit für die Betroffenen belastend.

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Es bleibt abzuwarten, ob Cargill, trotz der ersten kritischen Reaktionen von Seiten der Gewerkschaften, bereit ist, konstruktive Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern zu führen und Lösungen zu finden, die die sozialen Belange der Beschäftigten in den Mittelpunkt stellen.

Für weitere Informationen können die Berichte auf Berlin Live, rbb24 und die Deutsche Wirtschaft aufgerufen werden.