Riesen-Aquarium Ocean Berlin : Bau schreitet voran – Aber umstritten!

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Im Berliner Lichtenberg entsteht mit „Ocean Berlin“ eines der größten Aquarien Europas - Eröffnung 2026, Investition 90 Millionen Euro.

Im Berliner Lichtenberg entsteht mit „Ocean Berlin“ eines der größten Aquarien Europas - Eröffnung 2026, Investition 90 Millionen Euro.
Im Berliner Lichtenberg entsteht mit „Ocean Berlin“ eines der größten Aquarien Europas - Eröffnung 2026, Investition 90 Millionen Euro.

Riesen-Aquarium Ocean Berlin : Bau schreitet voran – Aber umstritten!

In Berlin-Lichtenberg, genauer gesagt an der Rummelsburger Bucht, macht das Projekt „Ocean Berlin“ Fortschritte. Dieses Aquarienprojekt zählt zu den größten seiner Art in Europa und könnte bis Ende 2026 seine Türen öffnen. Mit einer Investitionssumme von rund 90 Millionen Euro ist es die Vision des Unternehmens Coral World, den Menschen das Ökosystem Ozean emotional näherzubringen und das Bewusstsein für den Schutz der Meere zu schärfen. Laut entwicklungsstadt.de wurde der Rohbau sichtbar abgeschlossen, und die ersten Fassadenelemente sind bereits montiert.

Das Herzstück des Aquariums wird ein zentrales Becken sein, das beeindruckende 7 Millionen Liter Wasser fassen kann. Mit Maßen von 56 mal 30 Metern und einer Höhe von 10 Metern, sind die Betonwände des Beckens umfangreich gebaut. Für die Gestaltung der Ausstellungsräume sind kreative Lösungen geplant, darunter Nachbildungen des Great Barrier Reef, der Nordsee, der Karibik und des Roten Meeres. Zudem spielt der Schutz vieler Meeresbewohner eine zentrale Rolle in der Ausbildung und in den Führungen, die nach der Eröffnung angeboten werden sollen.

Baufortschritt und technische Details

Die Bauherrin, Coral World, beschäftigt die Architekten von SG+ Architekten mit dem Innenausbau, der technischen Einrichtung der Becken und der Gestaltung der Ausstellungsräume. Besonders hervorzuheben sind die Acrylscheiben, von denen die größte 26 Tonnen wiegt und aus Japan stammt. Für die Struktur des Aquariums wurde ein spezielles Materialgemisch ausgewählt, das für die salzhaltige Umgebung geeignet ist. Weitere technische Details umfassen ein Fundament aus 520 Betonpfählen, die bis zu 28 Meter tief in das Erdreich eingelassen sind.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen zu dem Projekt. Anwohner und Umweltverbände äußern Bedenken hinsichtlich der Standortwahl und den Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten werden sollen. Die Tierschutzorganisation PETA hat das Projekt ebenfalls abgelehnt und fordert tierfreie Alternativen. Coral World hingegen betont, dass alle höchsten Tierschutzstandards eingehalten werden.

Ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen

Das Interesse an den Tierschutzbedingungen ist nicht nur auf das Berliner Projekt beschränkt. Eine schriftliche Anfrage an die Europäische Kommission, eingereicht von mehreren Abgeordneten, stellt die unzureichenden Vorschriften zum Schutz von Zuchtfischen in der EU zur Diskussion. Jährlich werden bis zu eine Milliarde Fische in der EU gezüchtet, deren Wohlergehen oft nicht ausreichend kontrolliert wird. Studien zeigen, dass neun von zehn EU-Bürgern sich einen besseren Schutz für Zuchtfische wünschen. europarl.eu berichtet darüber, dass die Kommission plant, Tierschutzstandards zu modernisieren und auch den Schutz von Wassertieren zu priorisieren.

Insgesamt gibt es eine große Verantwortung, sowohl beim Bau von „Ocean Berlin“ als auch bei der allgemeineren Diskussion um den Tierschutz, insbesondere für Lebewesen, die im Wasser leben. Das Projekt hat das Potential, durch Unterhaltung, Bildung und Engagement für den Meeresschutz eine Vorreiterrolle in Europa einzunehmen, jedoch wird es auch an den Maßstäben der Nachhaltigkeit und der ethischen Tierhaltung gemessen werden müssen. Für Coral World und die Stadt Berlin stehen die nächsten Schritte an: der Innenausbau, die technische Einrichtung der Becken, sowie die umfassende Gestaltung der Ausstellungsräume.

So bleibt abzuwarten, ob „Ocean Berlin“ ein Erfolgsmodell für den Schutz der Meere wird oder ob die bestehenden Bedenken nicht gewürdigt werden.