Die Westernstadt „Old Texas Town“, ein einzigartiges Freizeitangebot im Berliner Westen, steht vor dem Aus. Gegründet 1968 und mit einer Fläche von über 10.000 Quadratmetern im Stadtteil Haselhorst, ist die Westernstadt eine Hommage an die Abenteuerromane von Karl May und den Wilden Westen, der in Europa zu Aufsehen erregte, insbesondere durch die Wild West Shows von Buffalo Bill. Dieses außergewöhnliche Erlebnis erfreute sich über die Jahre hinweg großer Beliebtheit und zog zahlreiche Besucher an.

Die Westernstadt ist bekannt für ihre authentische Atmosphäre, in der die Besucher in die Zeit des Wilden Westens eintauchen können. An bestimmten Tagen öffnete sie ihre Pforten für die Öffentlichkeit, wobei durchschnittlich rund 500 Tagesgäste während der Sommermonate und jährlich etwa 10.000 Menschen die Westernstadt besuchten. Die Einrichtungen sind vielfältig und reichen von einem Saloon, einer Bank, einem Gefängnis, einer Kirche bis hin zu einer Stellmacher- und Sattlerwerkstatt sowie einer historischen Apotheke. Ein Highlight ist die alte Schmiede, in der Pferde beschlagen und Wagenräder bearbeitet werden.

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Der drohende Verlust

Der Pachtvertrag für das Gelände läuft Ende August 2025 aus, und der Grundstückseigentümer hat bereits andere Pläne für die Fläche, die in der Vergangenheit für einen symbolischen Pachtzins von einem Euro jährlich dem Verein überlassen wurde. Die Vorschläge zur befristeten Fortführung des Pachtvertrags wurden abgelehnt, und ein Umzug der Westernstadt ist laut Ralf Keber, dem Vorsitzenden des Trägervereins, nicht möglich, da die nötigen Mittel fehlen.

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Die Eigentümerin plant laut Informationen, das Grundstück für den Bau eines Rechenzentrums zu nutzen. Seit Monaten wehrt sich der Trägerverein gegen die Schließung und hat eine Online-Petition mit über 10.000 Unterstützern ins Leben gerufen, um den Fortbestand der Westernstadt zu sichern. Auch der Bezirk hat sich für den Erhalt des traditionsreichen Standortes eingesetzt. Im Juli 2025 fand eine Demonstration auf dem Pariser Platz statt, um auf die drohende Schließung aufmerksam zu machen.

Eine Zeitreise in den Wilden Westen

Die WReste von „Old Texas Town“ bietet den Besuchern mehr als nur eine Attraktion; sie ist ein Ort, an dem die Sitten und Gebräuche des Wilden Westens lebendig werden. Olivia Noss, eine US-amerikanische Autorin und Fotojournalistin, setzte ihren Besuch im Juli 2024 mit einem eindrucksvollen Satz in Szene und bezeichnete es als „Zeitreise“. Die Charaktere, die in Cowboyhut und Boots gekleidet sind, nehmen an Rollenspielen teil, und selbst in der Kirche der Stadt fanden bereits feierliche Zeremonien statt, bei denen neue Namen an die Bewohner verliehen wurden.

In der Westernstadt hängt eine besondere Tradition: Sie beginnt jeden ersten Samstag im Monat mit dem Hissen der Lone-Star-Flag, die von einem texanischen Bürgermeister geschenkt wurde. Diese Rituale und die Atmosphäre machen „Old Texas Town“ zu einem beliebten Ziel für Feiern und Hochzeiten, da das gesamte Gelände für solche Anlässe gemietet werden kann.

Die Schließung dieser einmaligen Attraktion wäre ein großer Verlust für die Region und die zahlreichen Fans des Wilden Westens in Berlin, die in dieser Stadt ein Stück Geschichte und Tradition erleben konnten.

Für weitere Informationen über die Westernstadt „Old Texas Town“ besuchen Sie bitte zeit.de, rbb24.de oder visitspandau.de.