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In der pulsierenden Stadt Berlin, wo Geschichte und Kultur aufeinandertreffen, findet ein ganz besonderer Schreibworkshop statt, der die literarischen Fußstapfen eines der bekanntesten deutschen Schriftsteller würdigt: Erich Kästner. Von 1927 bis 1945 lebte Kästner in Berlin und erlebte dort auch die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte, darunter die Bücherverbrennungen von 1933. An diesem historischen Ort, im Museum Reinickendorf, lädt der Workshop dazu ein, in die kreative Welt des Autors einzutauchen und eigene Texte zu entwickeln. Der Workshop wird von Claudia Johanna Bauer geleitet und beginnt mit einer geführten Tour durch die Stadt, die von Marianne Mielke begleitet wird. Der Treffpunkt ist um 10 Uhr im Museum Reinickendorf, Alt Hermsdorf 35, 13467 Berlin.

Kästner, dessen Werke 1933 von den Nationalsozialisten verbrannt wurden, hat die Bücherverbrennungen persönlich miterlebt. Am 10. Mai 1933 inszenierten die Nationalsozialisten deutschlandweit diese schrecklichen Ereignisse, bei denen Kästners Bücher unter den Augen von 70.000 Schaulustigen in Flammen aufgingen. Die Bücher wollten anfangs nicht brennen, bis die Feuerwehr Benzin auf die Stapel kippte. Kästner selbst bezeichnete diese traurige Szene als „apokalyptisches Volksfest“ und war tief betroffen, als er seinen Namen rufen hörte, während Studenten „Feuersprüche“ gegen verfemte Autoren riefen. In der Folge wurden nicht nur seine Werke, sondern auch die von Thomas Mann, Bertold Brecht und vielen anderen als „undeutsch“ verurteilt.

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Der Schreibworkshop im Zeichen Kästners

Im Rahmen der Reihe „Ortstermin!“, einer Kooperation zwischen der VHS und dem Museum Reinickendorf, können die Teilnehmer des Workshops in Kästners literarische Welt eintauchen. Dabei entwickeln sie eigene kurze Texte, die sie bei einer Tasse Kaffee präsentieren können. Die Kursgebühr beträgt 13,15 € und der Workshop umfasst insgesamt 7 Unterrichtseinheiten, wobei Platz für 8 bis 16 Personen ist. Die Anmeldung erfolgt über das Erwachsenenbildungszentrum Reinickendorf unter der Kursnummer Re2061-S.

Die Bedeutung Kästners geht jedoch über die literarische Gestaltung hinaus. Trotz der bedrückenden Umstände blieb er in Deutschland und veröffentlichte seine Werke unter Pseudonymen. So erschien sein Roman „Drei Männer im Schnee“ im Jahr 1934, während er unter anderem als Berthold Bürger und Melchior Kurtz arbeitete. Kästner erlebte zahlreiche Schwierigkeiten, darunter die Beschlagnahme seines Kontos und Verhaftungen durch die Gestapo, blieb jedoch seiner Heimat treu, während viele andere ins Exil gingen.

Ein Blick in die Geschichte

Die Bücherverbrennungen von 1933 waren ein entscheidender Schritt zur Kontrolle der Gesellschaft durch die Nationalsozialisten. Sie waren Teil der Kampagne „Wider den undeutschen Geist“, die von Studenten organisiert wurde, die die „Reinhaltung der deutschen Sprache“ forderten. Diese brutalen Aktionen führten dazu, dass viele Schriftsteller ins Exil gezwungen wurden oder unterdrückt lebten. Kästner, der sich während der Verbrennungen wie bei seinem eigenen Begräbnis fühlte, konnte den Opernplatz unbehelligt verlassen und setzte seinen Kampf für die Freiheit des Wortes fort.

Dennoch war die Zeit für Kästner und viele seiner Zeitgenossen von Unsicherheit geprägt. Die Schrecken des Krieges und die Diktatur hinterließen tiefe Narben, und Kästners Werk spiegelt oft die Herausforderungen und den Widerstand gegen ein repressives Regime wider. Der Workshop in Reinickendorf ist nicht nur eine Hommage an Kästners literarischen Beitrag, sondern auch ein Zeichen für die Bedeutung des freien Denkens und der Kreativität in schwierigen Zeiten.

Für weitere Informationen zu diesem einzigartigen Workshop besuchen Sie bitte die offizielle Seite: hier.