Reinickendorf, Berlins nördlichster Bezirk, ist ein Ort, der durch eine besondere Mischung aus Wäldern, Seen und Industriegebieten geprägt ist. Hier leben viele queere Menschen, oft anonym und ohne eine starke Community-Anbindung. Trotz der charmanten Naturkulisse und der vergleichsweise günstigen Mieten zieht es einige in diesen Bezirk. Doch die queere Gemeinschaft hat es nicht immer leicht: Queere Männer sind zwar aktiv, bleiben aber häufig unsichtbar im öffentlichen Raum. Der Bezirk gilt als relativ sicher für queere Menschen, auch wenn es gelegentlich zu Vorfällen kommt.

Ein wichtiger Anlaufpunkt für die queere Gemeinschaft in Reinickendorf ist das „House of Queers“, das am 05.04.2022 eröffnet wurde. Diese Veranstaltung fand in Anwesenheit von Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen und dem Gründer Andreas Otto statt und zog etwa 60 Gäste an. Das „House of Queers“ ist ein offener Treffpunkt für LGBTIQA-Menschen, deren Familien und Freunde. Hier gibt es nicht nur die Möglichkeit zum Austausch, sondern auch Angebote wie die kostenfreie Ausleihe queerer Bücher aus einer Vertrauensbibliothek. Informationen zu den offenen Treffen und zur Ausleihe können über Instagram (@regenbogen.rdf) oder per E-Mail unter info@regenbogen-reinickendorf.de eingeholt werden.

Engagement für die queere Community

Die Initiative Regenbogen Reinickendorf wurde 2018 gegründet und betreibt eine „Hütte“ am Mauerweg, die saisonal geöffnet ist und Unterstützung in verschiedenen Lebensbereichen bietet. Diese Hütte wurde kürzlich neu in beige gestrichen, um sich besser in die Umgebung einzufügen. Andreas Otto, der Geschäftsführer der FDP-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung, engagiert sich aktiv in LGBTIQ-Projekten und plant den ersten CSD in Reinickendorf, der durch das Märkische Viertel bis zum Rathaus führen soll. Dabei wird auch mit der Humboldt-Bibliothek kooperiert, um Lesungen und eine geplante Ausstellung im Jahr 2027 auf die Beine zu stellen.

Die Schulen in Reinickendorf zeigen zunehmend Interesse an LGBTIQ-Themen und integrieren diese in ihren Unterricht. Andreas Otto sieht in Reinickendorf zwar keinen Queer-Hotspot, aber er glaubt, dass hier viel für die Community erreicht werden kann. Der Bezirk hat sich verkehrstechnisch verbessert, mit einer besseren Anbindung durch U-Bahn und S-Bahn, was für die Erreichbarkeit von Veranstaltungen und Treffen von großer Bedeutung ist.

Kritik und Herausforderungen

Trotz der positiven Entwicklungen gibt es auch Herausforderungen. So gibt es Bedenken hinsichtlich der Homophobie im Kreisverband der CDU, und ein Antrag zur Hissung der Regenbogenfahne am Rathaus wurde bisher nicht umgesetzt, was zu Kritik führte. Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner hat die externe Kommunikation im Rathaus im Blick, doch die queere Community wünscht sich ein sichtbares Zeichen der Unterstützung.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Reinickendorf mit seinen Wäldern, Seen und einem wachsenden Engagement für LGBTIQ*-Themen ein Ort ist, an dem sich die queere Gemeinschaft trotz mancher Herausforderungen zunehmend formiert. Das „House of Queers“ und die Initiative Regenbogen Reinickendorf sind wichtige Schritte in die richtige Richtung und bieten Raum für Austausch, Unterstützung und Sichtbarkeit. Um mehr über die Aktivitäten und Angebote zu erfahren, können Interessierte die Webseite der Initiative besuchen oder sich über die sozialen Medien informieren. Weitere Informationen sind auch auf der Webseite Siegessäule und der Initiative Regenbogen Reinickendorf zu finden.