Am 26. Februar 2026 fand im Haus der Jugend – Fuchsbau in Reinickendorf die Veranstaltung „Politik ganz nah“ statt, die von den Beteiligungskoordinatoren für Jugend organisiert wurde. Rund 60 Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe zehn hatten die Gelegenheit, mit jungen Vertretern der in der Bezirksverordnetenversammlung vertretenen Parteien in den Dialog zu treten. Jugendstadtrat Alexander Ewers (SPD) und die Jugendamtsdirektorin Claudia Schütz begrüßten die Anwesenden und betonten die Wichtigkeit eines respektvollen Austauschs zwischen Jugendlichen und Politkern.

Ein zentrales Ziel der Veranstaltung war es, Demokratiebildung und einen respektvollen Austausch zu fördern. Ewers hob hervor, dass der Dialog zwischen den Generationen für das Verständnis und die Mitgestaltung der politischen Landschaft unerlässlich ist. Er verwies auf eine angemeldete Demonstration vor der Jugendfreizeiteinrichtung als Beispiel für gelebte Demokratie und Jugendengagement. Das Thema der Veranstaltung, „Renten-Retter & Wehrpflicht-Jahrgang: Sind wir die Reparaturbrigade der Nation?“, wurde von den Jugendlichen selbst gewählt und sorgte für angeregte Diskussionen.

Politik und Jugend: Eine kritische Auseinandersetzung

Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, sich intensiv mit den Positionen der Parteivertreter auseinanderzusetzen. Sie stellten kritische Fragen und brachten ihre eigenen Perspektiven in die Diskussion ein. Moderiert von einem erfahrenen Team sorgte die Veranstaltung für einen strukturierten Ablauf und einen respektvollen Austausch. Die Teilnehmenden wurden ermutigt, Aussagen kritisch zu prüfen und faktenbasiert einzuordnen, was in Zeiten von Fehlinformationen und Unsicherheiten von großer Bedeutung ist.

Ein besonders wichtiger Aspekt, der in dieser Diskussion aufgegriffen wurde, sind die Herausforderungen, mit denen junge Menschen in Deutschland konfrontiert sind. Politikwissenschaftlerin Pia Jaeger, die die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendpolitik am Deutschen Jugendinstitut leitet, thematisiert in ihren Arbeiten insbesondere die Themen Wehrdienst, Rentenpolitik und Klimawandel. Diese Herausforderungen stehen oft im Kontext des Begriffs der Generationengerechtigkeit, der zunehmend als politischer Kampfbegriff genutzt wird und Alt und Jung gegeneinander ausspielt.

Generationengerechtigkeit und politische Teilhabe

Die monetären Transferströme zwischen den Generationen sind Teil des sogenannten Generationenvertrags, der in der aktuellen wirtschaftlichen Lage oft von Ungleichgewichten geprägt ist. Viele junge Menschen fühlen sich von politischer Teilhabe ausgeschlossen, da die Mehrheit der Wähler über 50 Jahre alt ist. Dies könnte langfristig zu einem schwindenden Gefühl der Solidarität zwischen den Generationen führen. Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen, die unter anderem durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg verstärkt wurden, ist es umso wichtiger, dass die Stimmen der jungen Generation in politische Entscheidungen einfließen.

Die Veranstaltung in Reinickendorf stellt einen Schritt in diese Richtung dar. Hier wurden wichtige Themen angesprochen, die die junge Generation betreffen, und die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, ihre Anliegen direkt zu artikulieren. Eine strukturelle Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungen wird als notwendig erachtet, um den Generationenvertrag gerechter zu gestalten und um den Herausforderungen, wie etwa den steigenden Sozialversicherungskosten und der abnehmenden Zahl von Erwerbstätigen, besser begegnen zu können.

Insgesamt zeigt die Veranstaltung, wie wichtig es ist, den Dialog zwischen den Generationen zu fördern und junge Menschen aktiv in politische Prozesse einzubeziehen. Dies könnte dazu beitragen, ein gerechteres und solidarischeres Miteinander zu schaffen, das den Bedürfnissen aller Generationen Rechnung trägt.