Am Donnerstag, dem 5. März 2026, findet im Museum Reinickendorf eine besondere Performance-Lesung mit musikalischer Begleitung statt. Diese Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr und ist Teil der Installation „LILA NÄCHTE IM CAFÉ ACHTECK – oder der deutsche Freundschaftsverband im Klo“. Die Installation thematisiert die Auswirkungen der NS-Zeit auf das lesbische Leben in Berlin und bietet einen tiefen Einblick in die Geschichte der queeren Gemeinschaft.

Im Mittelpunkt der Recherche steht die Lebensgeschichte von Lotte Hahm (1890–1967), einer herausragenden Figur der ersten Lesbenbewegung in Berlin. Hahm, geboren am 23. Mai 1890 in Dresden, setzte sich leidenschaftlich für die Organisierung lesbischer Frauen ein und kämpfte für ihre soziale Verbesserung in einer Zeit, in der dies alles andere als selbstverständlich war. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Käthe Fleischmann betrieb sie in den 1920er Jahren den Damenklub Violetta, der einer der größten lesbischen Clubs in Berlin war.

Einblick in die Geschichte der Lesbenbewegung

Die Installation „LILA NÄCHTE IM CAFÉ ACHTECK“ wird von Cornelia Renz produziert, mit einem Beitrag von Martina Minette Dreier. Die Künstlerinnen Beatrice Jugert, Anna Pacholke und Susanne Schirdewahn gestalten die Performance im Hannah-Hoch-Raum des Museums. Die Installation ist bis Dienstag, den 31. März 2026, zu sehen, und der Eintritt ist frei. Die Öffnungszeiten des Museums sind von Montag bis Freitag sowie Sonntag von 9 bis 17 Uhr.

Die Lebensgeschichte von Lotte Hahm ist geprägt von Mut und Widerstand. Während der NS-Zeit war sie, wie viele andere, einer akuten Gefahr ausgesetzt. Hahm und Fleischmann organisierten klandestine Partys und versuchten, ihre Aktivitäten unter dem Radar fortzuführen, als alle lesbischen Lokale geschlossen wurden. Hahm wurde 1935 ins Konzentrationslager Moringen eingeliefert, die genauen Umstände sind jedoch unklar. Nach dem Krieg versuchte sie, sich wieder in der lesbischen Szene zu engagieren und eröffnete gemeinsam mit Käthe Reinhardt ein Lokal für lesbische Frauen in Ost-Berlin.

Ein Vermächtnis für die queere Community

Die Bedeutung von Hahms Arbeit wird durch eine Gedenktafel, die am 13. September 2023 vor dem ehemaligen Damenklub Violetta in Berlin-Kreuzberg eingeweiht wurde, weiter hervorgehoben. Diese Gedenkstätte erinnert an ihr Lebenswerk und ihren unermüdlichen Einsatz für die Rechte der lesbischen Gemeinschaft. Käthe Fleischmann, die während der NS-Zeit als Jüdin verfolgte wurde, überlebte zwar den Nationalsozialismus, war jedoch zeitlebens von den Folgen schwerer Zwangsarbeit gezeichnet.

Die Performance-Lesung im Museum Reinickendorf bietet die Möglichkeit, sich nicht nur mit der Geschichte von Lotte Hahm auseinanderzusetzen, sondern auch mit der breiteren Geschichte der queeren Bewegung in Deutschland. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter www.kunst-reinickendorf.de oder telefonisch unter (030) 90294-6460.