Mit dem Internationalen Frauentag am 8. März rückt die Gleichstellung der Geschlechter weltweit ins Rampenlicht. Auch der Bezirk Reinickendorf hat sich entschlossen, diesem wichtigen Tag Rechnung zu tragen, und veranstaltet im Rahmen des „Feministischen März Reinickendorf“ eine Vielzahl an Aktivitäten. Über 20 verschiedene Angebote, darunter Workshops, Ausstellungen und Kulturveranstaltungen, laden die Bürgerinnen und Bürger ein, sich über feministische Themen auszutauschen und zu informieren. Diese Veranstaltungsreihe läuft den gesamten März und bietet somit reichlich Gelegenheit, sich aktiv zu beteiligen und Solidarität zu zeigen.

Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner hebt in ihren Ausführungen die Bedeutung der Frauenrechte hervor und weist auf den besorgniserregenden Anstieg von Gewalt gegen Frauen hin. Sie betont, dass die Gleichstellung in vielen Lebensbereichen noch nicht erreicht ist. In dieser Hinsicht danken die Verantwortlichen allen, die zum Erfolg der Veranstaltungen beitragen, und freuen sich auf die Kooperation mit bezirklichen Einrichtungen sowie Projekten der Gleichstellungsbeauftragten.

Einblicke in die Herausforderungen

Die Problematik der Gewalt gegen Frauen und die unzureichende Sicherung reproduktiver Rechte sind nicht nur lokal, sondern auch national von Bedeutung. Der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) macht darauf aufmerksam, dass am 8. März 2025 für Gleichstellung und sexuelle sowie reproduktive Selbstbestimmung demonstriert wird. Die Forderungen sind klar: Gesetzliche Reformen sind notwendig, um die Gleichstellung sicherzustellen und Frauen vor Gewalt zu schützen. djb-Präsidentin Ursula Matthiessen-Kreuder betont, dass Gleichstellung 2025 keine Selbstverständlichkeit ist, was die Dringlichkeit der Thematik unterstreicht.

Die vollständige Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland ist ein weiterer wichtiger Punkt auf der Agenda des djb. Besonders der Schutz für Gewaltbetroffene in familiengerichtlichen Verfahren muss dringend verbessert werden. Zudem sind Änderungen im Aufenthaltsrecht für Frauen und TIN-Personen mit Flucht- und Migrationsgeschichte erforderlich. Der djb fordert auch die effektive Umsetzung des neuen Gewalthilfegesetzes, das ab 2032 einen Rechtsanspruch auf kostenlosen Schutz und Beratung für Gewaltbetroffene garantiert.

Gesellschaftlicher Wandel und Rechtsreformen

Ein zentrales Thema, das ebenfalls im Raum steht, ist die Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs. 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland befürworten die Abschaffung von § 218 StGB, doch der Bundestag konnte bisher nicht über den fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf zur Neuregelung abstimmen. Die Kriminalisierung behindert den Zugang zu medizinischer Versorgung und stigmatisiert sowohl Betroffene als auch medizinisches Personal. Céline Feldmann, Vorsitzende der interkommissionellen Arbeitsgruppe Schwangerschaftsabbruch im djb, hebt die Notwendigkeit der Entkriminalisierung hervor, um die Rechte und Selbstbestimmung von Frauen und TIN-Personen zu anerkennen.

In Reinickendorf können Interessierte mehr über die Themen und Angebote erfahren, indem sie Kontakt zur Gleichstellungsbeauftragten Susanne Jörg aufnehmen. Sie ist unter der Telefonnummer 030 90249 2309 oder per E-Mail unter Gleichstellung@reinickendorf.berlin.de erreichbar. Die Veranstaltungsreihe im März bietet somit nicht nur die Möglichkeit zur Reflexion, sondern auch zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs über Gleichstellung und Frauenrechte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Internationale Frauentag und die damit verbundenen Veranstaltungen in Reinickendorf eine essentielle Plattform bieten, um auf die bestehenden Herausforderungen aufmerksam zu machen und Veränderungen anzustoßen. Die Themen Gewalt gegen Frauen, reproduktive Rechte und Gleichstellung sind komplex und erfordern gemeinschaftliches Handeln auf allen Ebenen, sowohl lokal als auch national. Nur durch kontinuierliches Engagement und Reformen kann eine echte Verbesserung der Situation erreicht werden. Für weiterführende Informationen und einen tieferen Einblick in die Thematik lohnt sich ein Blick auf die entsprechenden Pressemitteilungen des djb und die Aktuelles aus Reinickendorf.