In einem unscheinbaren Keller in Reinickendorf verbirgt sich eine wahre Schatzkammer für Liebhaber der Zeitmessung: Doris Türke, eine 61-jährige Sammlerin, hütet dort Deutschlands vielleicht größte Sammlung von Eieruhren. Auf knapp 20 Quadratmetern lagern 2937 Eieruhren in unterschiedlichsten Designs, darunter Modelle in Form von Champagnerflaschen und aus der Star-Wars-Welt. Doris‘ Leidenschaft für diese besonderen Zeitmesser begann in den 1990er Jahren, als sie beim Einkaufen die ersten Eieruhren erwarb. Ihr Mann unterstützte sie, indem er ein Regal für die Sammlung baute, und beim letzten Umzug wurde ein Keller speziell für ihre Schätze eingerichtet.
Die Sammlung ist nicht nur eine Ansammlung von Uhren, sondern auch ein Zeugnis von Erinnerungen und familiären Traditionen. Doris Türkes Vater war ebenfalls ein Sammler, spezialisiert auf Modelleisenbahnen und Uhren. In der heutigen Zeit ist sie Teil einer Community von Uhren- und Weckerliebhabern in Deutschland, die sich einmal jährlich zur Antiken Uhrenbörse in Furtwangen im Schwarzwald treffen, um sich auszutauschen, Ersatzteile zu finden und ihre Sammlungen zu erweitern. Doris plant, mindestens 1000 weitere Eieruhren zu ihrer Sammlung hinzuzufügen, trotz ihrer Vorliebe für alte und ausgefallene Modelle, da die aktuellen Designs ihr nicht zusagen. Besonders schätzt sie eine türkisblaue UMF Ruhla Kombi Alarm aus den späten 60er Jahren, die sie von einem Uhrmacher geschenkt bekam.
Das Uhrenmuseum in Furtwangen
Das jährliche Treffen in Furtwangen findet in einem besonderen Rahmen statt, denn die Stadt ist nicht nur für ihre Uhrenbörse bekannt, sondern auch für ihr Uhrenmuseum, das 1992 eröffnet wurde. In einem historischen Gebäude, das einst als Schule und Uhrenfertigung diente, beherbergt das Museum eine der umfangreichsten Sammlungen von Uhren in Deutschland, mit über 8000 Exponaten. Hier finden Besucher Pendeluhren, Taschenuhren, Kuckucksuhren und astronomische Uhren. Interaktive Stationen ermöglichen es den Besuchern, selbst aktiv zu werden, indem sie beispielsweise ein eigenes Ziffernblatt gestalten oder eine Laufuhr bedienen.
Das Uhrenmuseum ist ganzjährig geöffnet und bietet neben spannenden Exponaten auch eine Uhrmacherwerkstatt, in der live Uhrmacherarbeiten demonstriert werden. Für Familien ist der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre kostenlos, während Erwachsene 9 Euro zahlen müssen. Ein Rundgang durch das Museum dauert etwa zwei Stunden, und für eine kleine Stärkung sorgt das Museumscafé mit Snacks und Getränken.
Ein Blick auf die Uhrenkultur in Deutschland
Doris Türkes Sammelleidenschaft für Eieruhren ist ein faszinierendes Beispiel für die vielfältige Uhrenkultur, die es in Deutschland gibt. Neben dem Uhrenmuseum in Furtwangen, das zu den bedeutendsten Uhrenmuseen des Landes zählt, existieren zahlreiche weitere Einrichtungen, die sich der Zeitmessung und mechanischen Präzisionsgeräten widmen. Darunter sind das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen, das Dorf- und Uhrenmuseum in Gütenbach und das Technische Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie in Pforzheim. Diese Museen bieten nicht nur einen Einblick in die Geschichte der Uhrenfertigung, sondern auch in die Entwicklung der Zeitmessung im Allgemeinen.
Insgesamt zeigt die Geschichte von Doris Türke und ihrer beeindruckenden Sammlung, wie wichtig die Zeit und ihre Messung für uns Menschen ist. Es sind nicht nur die Uhren selbst, sondern auch die Geschichten und Erinnerungen, die sie begleiten, die die Faszination für diese kleinen Zeitmesser ausmachen. Wer mehr über die Welt der Uhren erfahren möchte, findet sowohl in Reinickendorf als auch in Furtwangen zahlreiche Möglichkeiten, sich von der Vielfalt und der Geschichte der Zeitmessung begeistern zu lassen.
Für weitere Informationen über Doris Türkes Sammlung und die Uhrenbörse in Furtwangen, besuchen Sie den Tagesspiegel. Interessierte an einem Besuch des Uhrenmuseums in Furtwangen finden weitere Details unter Activity Guide Bodensee. Eine umfassende Liste von Uhrenmuseen in Deutschland ist zudem auf Wikipedia zu finden.


