Die Spore-Initiative in Neukölln ist am Mittwochmorgen Ziel eines rassistischen Angriffs geworden. An der Fassade des Gebäudes wurde in großen Buchstaben das Wort „Remigration“ hinterlassen. Dieser Begriff spielt eine zentrale Rolle in aktuellen politischen Debatten und wird häufig von der Alternative für Deutschland (AfD) genutzt. Die Reaktion des Teams und der Nachbarschaft auf diesen Vorfall war von Entsetzen, aber auch von entschlossener Gelassenheit geprägt. Pressesprecher Gurmeet Singh erklärte: „Wir lassen uns nicht einschüchtern, aber wir sind alarmiert.“
Die Schmiererei wurde von einer vermummten Person verursacht, die am Montag um 3 Uhr früh auf Videoaufzeichnungen festgehalten wurde. Das Spore-Team hat den Vorfall umgehend bei einer Nachbarschaftswache gemeldet und Anzeige bei der Polizei erstattet. Singh betont, dass diese Botschaft ein Angriff auf die Werte des Hauses darstellt, das sich für Multikulturalität und Vielfalt einsetzt.
Die Rolle der Spore-Initiative
Die Spore-Initiative ist weit mehr als ein klassisches Kulturzentrum; sie bietet Ausstellungen, Nachbarschaftsprojekte, Filmvorführungen, Workshops und Diskussionsrunden an. Ein Schwerpunkt liegt auf Klimagerechtigkeit und dem ökologischen Wissen indigener Communitys. Aktuell läuft die Ausstellung „How the Soil Remembers“, die sich mit Gartenökologien und sozialer Gerechtigkeit auseinandersetzt. Das Team der Initiative sieht sich als Vermittler zwischen verschiedenen Welten und Lebensräumen.
Diese Vorfälle sind in Berlin keine Seltenheit. Bereits vor über einem Jahrzehnt wurden Theateraufführungen durch rechte Störer unterbrochen. Im Jahr 2017 wurde die Initiative „Die Vielen“ gegründet, um Solidarität zu organisieren und kulturelle Freiräume zu schützen. Gurmeet Singh weist darauf hin, dass der Vorfall zeigt, wie notwendig Wachsamkeit und Solidarität in der heutigen Zeit sind.
Die Spore-Initiative, mit ihrem breiten Angebot und ihrem Engagement für soziale Gerechtigkeit, bleibt ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in Neukölln. Die Reaktionen auf den Angriff zeigen, dass die Gemeinschaft entschlossen ist, sich nicht einschüchtern zu lassen, und weiterhin für ihre Werte einsteht. Dieser Vorfall erinnert uns daran, dass der Schutz kultureller Vielfalt und der Einsatz gegen Rassismus unabdingbar sind.