In der lebendigen Diskussion um die Verkehrspolitik in Berlin hat Oda Hassepaß, Abgeordnete der Grünen im Abgeordnetenhaus, eine Reihe von Vorschlägen zur Verbesserung der Verkehrssituation in der Hauptstadt vorgelegt. Als Sprecherin für Verkehrspolitik setzt sie sich besonders für Kiezblocks und temporäre Straßensperrungen rund um Grundschulen ein. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Verkehr in Wohngebieten zu reduzieren und die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmenden, wie Kinder und ältere Menschen, zu erhöhen. Doch ihre Ideen stoßen nicht nur auf Zustimmung; andere Verkehrspolitiker betrachten sie als wenig fundiert und kritisieren die Umsetzungschancen.
Ein weiteres Thema, das Hassepaß beschäftigt, ist der Winterdienst in Berlin. Sie fordert, dass die Berliner Stadtreinigung (BSR) Gehwege bei Schnee räumt. Diese Forderung wurde jedoch von der BSR als nicht umsetzbar abgelehnt. Hassepaß sieht hier ein Versagen des Winterdienstes, besonders am Humannplatz in Pankow, und kritisiert die Beauftragung einer Fremdfirma, die bei der Räumung nicht immer zuverlässig arbeitet. Zudem spricht sie sich gegen die Verwendung von Streusalz durch Privatpersonen aus Umweltgründen aus, während in Hamburg, unter einem Grünen Verkehrssenator, das Streusalz bereits freigegeben wurde. [bz-berlin.de]
Kiezblocks und ihre Auswirkungen
Kiezblocks sind ein zentrales Element in Hassepaß‘ Konzept, um den Kfz-Verkehr in Wohngebieten einzuschränken. Diese Maßnahme könnte jedoch auch negative Folgen haben. Es wird befürchtet, dass eine Einschränkung des Verkehrs in Wohngebieten zu mehr Stau auf den Hauptverkehrsstraßen führt. Dies könnte nicht nur die Wartezeiten für Busse verlängern, sondern auch die Luftqualität und den Lärmpegel verschlechtern. Um dem entgegenzuwirken, plant die Stadt, geschützte Radwege, sichere Überquerungen für Fußgänger und Tempo 30-Zonen an den umliegenden Hauptstraßen einzurichten. Langfristig soll das Prinzip der „Verkehrsverpuffung“ dafür sorgen, dass die Nachfrage sich dem Angebot anpasst, sodass bei besserer Infrastruktur für nachhaltige Mobilität der Kfz-Verkehr auf Hauptstraßen sinkt und die Nutzung von Fuß- und Radverkehr steigt.[kiezblocks.de]
Verkehrssicherheit und Mobilität in Berlin
Der Ansatz, Kiezblocks einzuführen, könnte die Verkehrssicherheit für die Mehrheit der Bevölkerung erhöhen. Statistiken zeigen, dass 34 % der Wege zu Fuß, 32 % mit dem ÖPNV, 22 % mit dem Rad und nur 13 % mit dem Auto zurückgelegt werden. Dies bedeutet, dass 87 % der Menschen den klimafreundlichen „Umweltverbund“ nutzen, der Fuß-, Rad- und ÖPNV umfasst. Darüber hinaus besitzen nur 29 % der Bevölkerung ein eigenes Auto, während 70 % ein Fahrrad und 55 % eine ÖPNV-Monats- oder Jahreskarte haben. Diese Daten verdeutlichen, dass der Fußverkehr das wichtigste Verkehrsmittel ist, da jeder Weg Zuhause zu Fuß beginnt. Die Stadt ist sich bewusst, dass Wege für Fußgänger und Radfahrer einfacher und sicherer gestaltet werden müssen, um den Kfz-Durchgangsverkehr in Kiezen zu vermeiden und die negativen Auswirkungen wie Lärm und Schadstoffemissionen zu reduzieren.[berlin.de]