Im Herzen von Pankow, im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, stehen aufregende Veränderungen bevor. Der Berliner Senat plant die Sanierung und den Ausbau der Sportwiese zu einer inklusiven Sportanlage. Diese Maßnahmen sind darauf ausgelegt, die Nutzungsmöglichkeiten für Vereins-, Schul- und Individualsport erheblich zu verbessern und Barrieren abzubauen. Die neuen Pläne sehen eine Vielzahl von Elementen vor, darunter ein multifunktionales Kunstrasenspielfeld für Fußball, Hockey und Flag-Football sowie eine inklusive Lauf- und Rollstrecke, die speziell für rollstuhlfahrende und sehbeeinträchtigte Sporttreibende konzipiert ist. Zudem wird es eine Sanierung der bestehenden Naturrasenflächen geben. Die Umsetzung dieser Maßnahmen soll bis spätestens 2028 erfolgen, vorausgesetzt es liegt eine Förderzusage vor. Ein wichtiges Signal zur Aufwertung der Sportwiese ist die Aufnahme des Projekts in das Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“.
Die Pläne zur inklusiven Sportwiese sind besonders bemerkenswert angesichts der intensiven Debatten um den geplanten Abriss und Neubau des Stadions im Jahnsportpark. Hierbei äußern Bürgerinitiativen und Fachleute Kritik und fordern eine Sanierung, mehr Klimaschutz sowie den Erhalt von Grünflächen. Der Senat hat jedoch klargestellt, dass keine Teile der Sportwiese für Baustelleneinrichtungen des Stadionneubaus genutzt werden müssen und dass keine Anpassungen am bestehenden Bebauungsplan 3-87 vorgesehen sind, was für viele Anwohner und Sportler eine Erleichterung darstellt.
Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Überblick
Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark zählt zu den größten und vielfältigsten Sportanlagen in Berlin. Mit seiner zentralen Lage ist er ein wichtiger Anlaufpunkt für Sportvereine, Schulen und Hochschulen. Der Park bietet optimale Voraussetzungen für Trainings- und Wettkampfbetrieb und ist auch ein beliebter Ort für Freizeitsportler. Neben dem Großen Stadion umfasst der Jahnsportpark auch einen angrenzenden Sportpark, der künftig eine bedeutende Rolle im Inklusionssport spielen soll. Zudem dient der Park als wertvolle Grünfläche für Freizeit und Erholung, was sich positiv auf das Mikroklima und die ökologische Qualität der Umgebung auswirkt.
Obwohl der Sportpark eine überdurchschnittliche Auslastung durch sportliche und kulturelle Nutzungen aufweist, gibt es funktionale Schwächen, insbesondere im Bereich des inklusiven Sports und des Schulsports. Daher ist die Senatsverwaltung für Inneres und Sport für die Anforderungen an den Sportpark verantwortlich, während die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen den Planungs- und Beteiligungsprozess leitet. Ein Beteiligungsverfahren wird bis 2027 integriert, um die Bürger:innen und die Stadtgesellschaft aktiv einzubeziehen und Transparenz zu gewährleisten.
Bundesförderung und Zukunftsperspektiven
Das Projekt zur inklusiven Sportwiese profitiert zudem von einem breiteren Kontext: Seit 2016 gibt es das Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur (SJK). Dieses Programm zielt darauf ab, den Sanierungsstau bei sozialen Infrastrukturen, insbesondere in Schwimmhallen und Sportstätten, abzubauen. Bis 2021 wurden bereits 904 Projekte mit rund 1,5 Milliarden Euro gefördert. Seit 2022 liegt der Fokus verstärkt auf der energetischen Sanierung von Einrichtungen, um die Klimaziele zu erreichen. Auch im Jahr 2022 und 2023 stehen insgesamt 645 Millionen Euro zur Verfügung, um weitere 222 Projekte zu unterstützen. Diese Fördermittel sind entscheidend, um die Sportinfrastruktur in Deutschland zu modernisieren und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck zu verringern.
Mit den geplanten Maßnahmen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark zeigt der Berliner Senat ein starkes Engagement für die Inklusion im Sport und die Verbesserung der sportlichen Infrastruktur. Dies könnte einen positiven Impuls für die gesamte Region geben und einen Beitrag zur Schaffung eines barrierefreien und nachhaltig orientierten Sportumfeldes leisten.