In der malerischen Kleinstadt Woldegk wird ein bedeutendes Stück Geschichte aufgefrischt: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat kürzlich eine Förderung in Höhe von 20.000 Euro für die Dacheindeckung eines historischen Gebäudes bereitgestellt. Es handelt sich um das Speichergebäude des Pankow’schen Hofs, einem landwirtschaftlichen Gehöft aus dem 19. Jahrhundert, das sowohl kulturell als auch architektonisch von großer Bedeutung ist. Dieses Gebäude gehört zu über 650 Projekten, die die DSD in Mecklenburg-Vorpommern unterstützt hat.
Das zu renovierende Dach des Speichers ist mit Biberschwanzziegeln in Kronendeckung gedeckt und das Satteldach selbst ist vollständig erhalten. Das Gebäude vereint zwei funktionale Teile: einen Speicher im Osten und eine Scheune im Westen. Es ist ein eingeschossiger Massivbau aus unverputztem Ziegelmauerwerk, dessen Ziegel im Kreuzverband gemauert sind. Die Ziegel sind in hell- bis mittelrot gehalten, und ein schlichtes Traufgesims mit leicht vorgezogenen Ziegeln setzt einen zusätzlichen Akzent. Die großflächigen stichbogigen Toröffnungen mit zweiflügeligen Holztoren sind ebenfalls bemerkenswert, auch wenn einige Türen der Zeit und den Elementen zum Opfer gefallen sind.
Einblick in die Denkmalpflege
Die DSD fördert jährlich bis zu 600 Sanierungsprojekte in Deutschland und hat dafür ein jährliches Fördervolumen von rund 20 Millionen Euro bereitgestellt. Bisher konnten über 7.500 Denkmale von dieser Unterstützung profitieren. Die Palette der geförderten Objekte reicht von Kirchen und Schlössern über historische Gärten bis hin zu Industrie- und Technikdenkmalen. Eine ehrenamtliche Wissenschaftliche Kommission aus Denkmalexperten berät die Stiftung bei der Auswahl der Projekte, die Unterstützung erhalten sollen. Aktuell sind über 350 Denkmale in den Genuss dieser Förderung gekommen, was die Relevanz der DSD für den Erhalt des kulturellen Erbes unterstreicht.
Das Pankow’sche Hofgebäude ist nicht nur ein Beispiel für erfolgreiche Denkmalpflege, sondern auch ein Teil eines größeren Konzepts zur Erhaltung von Kulturgütern in Deutschland. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat seit 2009 bis 2025 insgesamt rund 547 Millionen Euro in den Denkmalschutz investiert. Mit diesen Mitteln wurden über 3.000 national bedeutsame Kulturdenkmäler und historische Orgeln saniert, darunter auch viele, die für die kulturelle Identität Deutschlands von zentraler Bedeutung sind.
Ein markantes Detail
Ein besonderes Merkmal des Pankow’schen Hofes ist die Namensinschrift „R. PANKOW“, die aus Metallbuchstaben besteht und die Jahreszahl „1888“ trägt. Diese Inschrift ist auf der nordöstlichen Giebelseite zu finden und wird von einem gemauerten Rundstein mit einem eingefügten Hexagramm aus Formsteinen umrahmt. Das Hexagramm gilt als Schutzsymbol oder Hinweis auf das biblische Sechstagewerk und verleiht dem Gebäude eine mystische Note.
Die Sanierung des Daches ist somit nicht nur eine bauliche Maßnahme, sondern auch ein Akt des kulturellen Erbes, das für zukünftige Generationen bewahrt werden soll. Der Pankow’sche Hof wird weiterhin ein lebendiges Zeugnis der Geschichte und Architektur des 19. Jahrhunderts in Woldegk bleiben. Mehr Informationen zu den Projekten der DSD finden Sie hier sowie zu den allgemeinen Förderungen hier. Für einen umfassenden Überblick über den Denkmalschutz in Deutschland besuchen Sie bitte auch diese Seite hier.