Am Sonntag, den 8. März, wurde in Prenzlauer Berg ein neuer Platz an der Bötzow-Eiche feierlich eingeweiht. Dieser trägt nun den Namen der bedeutenden Politikerin und Journalistin Marion Seelig. Die Einweihung wurde von Seeligs Familie, der Pankower Bürgermeisterin Cordelia Koch (Grüne) und zahlreichen Anwohnern besucht. Diese Benennung ist eine Hommage an Seeligs bemerkenswertes politisches und gesellschaftliches Engagement.

Marion Seelig, geboren am 3. Januar 1953 in Berlin, war eine herausragende Bürgerrechtlerin der DDR-Opposition und eine langjährige Abgeordnete für die Partei Die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus. Sie starb am 12. März 2013 im Alter von 60 Jahren nach einer schweren Krankheit. Ihr Leben war geprägt von aktivem Einsatz für Bürgerrechte, Migration und Datenschutz. Die Benennung des Platzes wurde durch die Bezirksverordnetenversammlung Pankow im Jahr 2025 beschlossen und markiert das südliche Tor zum Bötzowkiez.

Ein Ort der Erinnerung und Erholung

Der zentrale Punkt des neuen Platzes ist die „Dorfeiche“, die als Ort der Erholung dient. Der Stamm dieser Eiche wird als Denkmal genutzt und beherbergt eine kleine Fotoausstellung, die Seeligs Leben dokumentiert. Von diesem Platz aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Filmtheater am Friedrichshain und den Volkspark Friedrichshain. Interessant ist, dass Marion Seelig und ihre Familie früher häufig den 1. Mai an diesem Ort feierten. Auch in diesem Jahr wird voraussichtlich das von der Linken organisierte 1.-Mai-Fest dort stattfinden.

Politisches Wirken und Engagement

Seeligs politisches Engagement begann spätestens 1982 mit einer Eingabe an den Staatsrat der DDR gegen ein neues Wehrdienstgesetz. 1983 gründete sie die international orientierte Zwei-Drittel-Welt-Kindergruppe Banana und war aktiv in mehreren Menschenrechtsgruppen. Sie war eine zentrale Figur in der „Kirche von Unten“, wo sie Mahnwachen, Protestgottesdienste und Spendensammlungen organisierte. 1989 war sie an der Gründung der Vereinigten Linken beteiligt und wurde deren Sprecherin.

Nach der Wende wurde Marion Seelig 1990 auf der Offenen Liste der PDS in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt und gehörte zu den langjährigsten Mitgliedern. Sie war von 1996 bis 2010 Vorsitzende des Deutsch-Kurdischen Freundschaftsvereins und setzte sich für soziale Gerechtigkeit und die Aufarbeitung der DDR-Geschichte ein. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassten neben Innenpolitik auch die Themen Migration und Datenschutz.

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Marion Seelig hinterlässt ein bedeutendes Erbe, das in der Benennung des neuen Platzes weiterlebt. Ihr Engagement für Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit wird auch in Zukunft in Prenzlauer Berg erinnert und gewürdigt werden. Für weitere Informationen über ihr Leben und Wirken, besuchen Sie bitte die Tagesspiegel, ihre Wikipedia-Seite oder die Hdg.de.