Am 24. Februar 2026 ereignete sich in einer Geflüchtetenunterkunft in Buch, im Bezirk Pankow, Berlin, ein Vorfall, der sowohl die lokale Gemeinschaft als auch die Sicherheitslage in solchen Unterkünften in den Fokus rückt. Ein 26-jähriger Bewohner stach auf einen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes ein, nachdem er um eine Zigarette gebeten hatte und eine negative Antwort erhielt. Der Vorfall geschah um 21 Uhr im Hinterhof der Unterkunft im Lindenberger Weg. Nach dem Angriff flüchtete der Tatverdächtige in Richtung S-Bahnhof Buch. Der verletzte Sicherheitsmitarbeiter wurde zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht, glücklicherweise besteht keine Lebensgefahr. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, um weitere Details zu klären. Mehr Informationen zu diesem Vorfall können in einem Artikel des Tagesspiegels nachgelesen werden (Tagesspiegel).
Dieser Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Situation in den Unterkünften für Geflüchtete in Berlin. Derzeit wohnen knapp 2000 Geflüchtete auf der Landebahn des ehemaligen Flughafens Tegel, wo die Notunterbringung bis zum Ende des Jahres 2026 vollständig leergezogen werden soll. Ab 2026 wird in Tegel ein zentrales Ankunftszentrum mit 2600 Plätzen eingerichtet. Die Unterkunft, die 2022 aus einem Corona-Impfzentrum entstand, hatte zeitweise über 5000 Menschen beherbergt. Die Messe Berlin ist für die Unterbringung, das Catering und die Sicherheit der Geflüchteten verantwortlich. Interessanterweise hat die Messe in 2024 Rekordeinnahmen von knapp 500 Millionen Euro erzielt, wovon ein Drittel auf die Flüchtlingsunterkunft entfällt. Details über die finanzielle Lage und die Herausforderungen in Bezug auf die Sicherheitsdienste finden sich in einem Artikel von nd aktuell (nd aktuell).
Herausforderungen und Kritik
Die Sicherheitsfirma, die von der Messe Berlin beauftragt wurde, hat in den Jahren 2022 und 2023 Kosten von über 100 Millionen Euro verursacht, ohne dass eine Klausel zur Wirtschaftlichkeit im Vertrag vorhanden war. Der Landesrechnungshof hat der Messe vorgeworfen, Rechnungen des Sicherheitsdienstes nicht ausreichend geprüft zu haben. Dies betrifft auch die Feststellung zahlreicher ordnungsrechtlicher Verstöße, da viele Sicherheitsmitarbeiter nicht rechtmäßig beschäftigt waren. Erst kurz vor Weihnachten 2023 wurde der Sicherheitsdienst neu ausgeschrieben, nachdem es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Unterkunft kam.
Die Kritik an den bestehenden Bedingungen und der Verwaltung der Geflüchtetenunterkünfte wird von verschiedenen Organisationen laut. Befürchtungen, dass Geflüchtete monatelang festgehalten und möglicherweise abgeschoben werden könnten, sind weit verbreitet. Ab 2026 wird die Messe Berlin keine Unterbringung von Geflüchteten mehr übernehmen, was im Zusammenhang mit den Vorgaben der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems steht, die bis 2031 umgesetzt werden soll.
Insgesamt ist die Situation in den Geflüchtetenunterkünften in Berlin komplex und vielschichtig. Die Geschehnisse bringen nicht nur die Herausforderungen der Integration und Sicherheit ans Licht, sondern auch die Notwendigkeit einer gründlichen Überprüfung der Kosten und Verträge im Umgang mit den Geflüchteten. Solche Vorfälle und die damit verbundenen finanziellen und sozialen Aspekte werfen grundlegende Fragen zur Politik der Geflüchtetenunterbringung in Deutschland auf.