Am 12. Februar 2026 begann die Fällung von bis zu zehn etwa hundertjährigen Bäumen auf dem Schulhof der Heinz-Brandt-Oberschule in Berlin-Weißensee. Diese umstrittenen Maßnahmen wurden am 11. Februar 2026 durch das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilverfahren für zulässig erklärt. Elternvertreter David Kißling äußerte, dass die Schule über den Beginn der Fällarbeiten nicht informiert wurde, was bei der Elternschaft auf großes Unverständnis stieß. Die Fällarbeiten starteten in einem abgezäunten Bereich, als Lehrer und Schüler zur Schule kamen, was die Situation zusätzlich anheizte.

Julia Lord, eine Mutter eines Schülers, kritisierte den schnellen Beginn der Fällarbeiten nach dem Gerichtsbeschluss. Die Bäume sollen Platz für einen Modularen Ergänzungsbau (MEB) der Schule schaffen, da im Bezirk Pankow Schulplätze fehlen. Bezirksstadtrat Björn Pasternack (CDU) bestätigte, dass die Fällungen seit 7:30 Uhr am 12. Februar 2026 im Gange sind und den ganzen Tag andauern werden. Die Heinz-Brandt-Schule gilt als die am meisten nachgefragte Integrierte Sekundarschule (ISS) Berlins und benötigt dringend mehr Platz. Der geplante Erweiterungsbau soll zwölf zusätzliche Klassenräume für einen weiteren Klassenzug schaffen, wodurch die Schule fünfzügig wird. Der Schulhof ist bereits für die derzeit etwa 500 Schüler zu klein.

Rechtliche Hintergründe und öffentliche Reaktionen

Die Fällungen sind Teil der Planungen für den Modularen Ergänzungsbau, der durch die akute Schulplatznot im Bezirk Pankow notwendig wurde. Wie berichtet, wurde die rechtliche Grundlage für die Fällung am 11. Februar 2026 durch das Verwaltungsgericht Berlin geschaffen; Elternvertreter Kißling machte deutlich, dass die Elternschaft geschockt sei von der plötzlichen Entscheidung und dem Fehlen vorheriger Informationen.

Die Heinz-Brandt-Schule hat sich in den letzten Jahren von einer Problemschule zu einer anerkannten Bildungseinrichtung entwickelt und erhielt 2011 den Deutschen Schulpreis. Trotz dieser positiven Entwicklung stehen nun die Bäume auf dem Schulgelände auf der Kippe. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat in einem offenen Brief den Erhalt der Bäume gefordert und eine Eil-Aktion ins Leben gerufen. Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, hebt die Bedeutung der Bäume für das Schulleben hervor und fordert eine zukunftsfähige Lösung.

Umweltaspekte und alternative Lösungen

Die Sorgen um die Bäume sind nicht unbegründet. Sophie Moesken, ein Mitglied der Elternschaft der Heinz-Brandt-Schule, äußerte Bedenken zur Verkleinerung des Schulhofs und den Auswirkungen auf die Schüler. Miriam Pech, die Schulleiterin, macht sich ebenfalls Sorgen um die Lernbedingungen und fordert alternative Lösungen zur Schulerweiterung. Julia Schneider, Bundestagsabgeordnete, betont die Wichtigkeit der Bäume für das Mikroklima und die Notwendigkeit, eine Lösung zu finden, die den Baumbestand erhält.

Die Fällungen stehen zudem im Widerspruch zum Bäume Plus Gesetz, das den Erhalt von Bäumen in urbanen Räumen fördern soll. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob es zu alternativen Lösungen kommt, die sowohl den Bedarf an Schulplätzen als auch den Erhalt der Bäume in Einklang bringen können. Der Druck auf die Verantwortlichen wächst und es ist klar, dass sowohl die schulische als auch die ökologische Zukunft in den kommenden Wochen eine entscheidende Rolle spielen wird.

Für weiterführende Informationen zu diesem Thema können Sie die Artikel auf Tagesschau, Berliner Kurier und Deutsche Umwelthilfe nachlesen.