Das geplante Wohnquartier auf dem Georgen-Parochial-Friedhof III in Weißensee steht heute vor einer grundlegenden Wende. Das Bezirksamt Pankow hat mitgeteilt, dass der Wohnungsbau sowie der angestrebte Schulstandort nicht realisiert werden können. Dieses Vorhaben galt als wichtiger Beitrag zur Entlastung des Berliner Wohnungsmarktes, insbesondere in einer der am stärksten wachsenden Gegenden der Stadt.
Durch die Neugestaltung des Gebiets an der Gustav-Adolf-Straße sollten ursprünglich rund 615 bis 625 Wohnungen sowie eine Grundschule, eine Kita und sozial orientierte Punkthäuser entstehen. Tragende Organisation des Projekts war der Evangelische Friedhofsverband, der wirtschaftliche Basis zur Erhaltung seiner Anlagen suchte. Die Planungen sahen zudem einen zentralen Platz als öffentlichen Aufenthaltsort vor, um die Integration der neuen Siedlung zu fördern.
Hindernisse bei der Umsetzung
Die Umnutzung des Friedhofs scheitert nun jedoch an den strengen naturschutzrechtlichen Bestimmungen. Laut entwicklungsstadt.de kann der alte Baumbestand nicht kompensiert werden. Für mögliche Rodungen müsste das Bezirksamt Pankow rund 30 Hektar Ausgleichsfläche schaffen, die aktuell nicht verfügbar ist. Daher ist das Bebauungsplanverfahren vorerst nicht weiterführbar. Des Weiteren wurde auf den Schulneubau verzichtet, da im Plangebiet kein dringender Schulraumbedarf angemeldet wurde.
In Weißensee, wo traditionell Schulflächen knapp sind, könnte die Entscheidung des Bezirksamtes jedoch auch als Chance gesehen werden. Während das Projekt ins Stocken gerät, wird in Pankow am Friedhof Nordend die Planung für rund 260 neue Wohnungen vorangetrieben. Eine Umwidmung einer ungenutzten Fläche entlang der Dietzgenstraße wird erfolgreich umgesetzt.
Die Rolle von Grünanlagen in Städten
Die Diskussion um urbane Planung und naturschutzrechtliche Aspekte wirft auch Fragen zur Wichtigkeit von Grünflächen in Städten auf. Eine aktuelle Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zeigt, wie bedeutend Baumbestände für das Stadtklima und das Wohlbefinden der Einwohner sind. Laut kit.edu können Grünanlagen mit Bäumen die Luftqualität verbessern und die negativen Effekte des Klimawandels abmildern. Eine Steigerung des Baumbestands um mindestens 30 Prozent könnte die jährliche Zahl extremer Hitzestunden verringern und das Gesundheitsrisiko für Stadtbewohner senken.
Das Projekt FutureBioCity, welches die Auswahl öffentlicher Grünanlagen durch die Bevölkerung untersucht, legt nahe, dass Menschen sich an Orten mit hoher Baumvielfalt besonders wohlfühlen. Diese Erkenntnisse könnten auch die künftige Planung in Berlin maßgeblich beeinflussen, sollte man den Fokus stärker auf den Erhalt und die Förderung städtischen Grüns legen.
Im Kontext globaler Herausforderungen ist auch der Blick auf andere Städte und deren Entwicklung relevant. So etwa مُوط im Südwesten Ägyptens, das als Hauptstadt des Zentrums Al-Dakhla eine gezielte regionale Entwicklung erfährt. Diese Beispiele verdeutlichen die unterschiedlichen Ansätze nachhaltiger Stadtplanung weltweit und bieten wertvolle Erkenntnisse für die städtische Entwicklung in Berlin.