Pankow eröffnet Circular Community Hub: Zukunft des Bauens beginnt jetzt!
Pankow eröffnet den Circular Community Hub, Berlins erstes Zentrum für zirkuläres Bauen, zur Förderung nachhaltiger Stadtentwicklung.

Pankow eröffnet Circular Community Hub: Zukunft des Bauens beginnt jetzt!
In Pankow wird mit dem „Circular Community Hub“ ein innovatives Zentrum für zirkuläres Bauen eröffnet. Das Projekt verfolgt das Ziel, Prinzipien der kreislauforientierten Stadtentwicklung praktisch umzusetzen. Der Hub wird auf der Grundlage eines bestehenden Plattenbaus realisiert und repräsentiert ein Pilotprojekt für nachhaltige urbane Gestaltung. Besucher haben die Möglichkeit, die Transformation von Räumen und die Wiederverwendung von Materialien hautnah zu erleben. Diese Initiative wurde auf der „Neustart Berlin“-Konferenz 2025 vorgestellt und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Baupraxis, Wissensaustausch und Vernetzung.
Der Circular Community Hub ist auch eine Erweiterung des bestehenden Cradle to Cradle LAB, das darauf abzielt, Materialien nach ihrer Nutzung wieder in den Kreislauf zurückzuführen. Hierfür werden beispielhaft zertifizierte C2C-Materialien, wie beispielsweise Schaumglas aus Recyclingmaterial, eingesetzt. Bei diesem Umbau unterstützen etwa 25 Unternehmen aus Deutschland die Umsetzung des Projekts, das als Lernort für Handwerksbetriebe zur Weiterbildung im Umgang mit kreislauffähigen Baustoffen fungieren soll. Pankow hat sich 2021 dem Netzwerk C2C Regionen angeschlossen und positioniert sich als fortschrittlicher Akteur im Bereich des zirkulären Bauens.
Strategien für nachhaltige Beschaffung
Im Rahmen einer mehrteiligen Veranstaltungsreihe, die ebenfalls im Jahr 2025 stattfand, wurden Strategien für zirkuläres Bauen und nachhaltige Beschaffung erarbeitet. Diese Ergebnisse können als Orientierung für andere Berliner Bezirke dienen. Ziel ist es, Berlin als Vorreiter im zirkulären Wirtschaften und Bauen zu positionieren, insbesondere im Hinblick auf die kommende EXPO 2035. Die Bürgermeisterin Pankows, die an der Konferenz „Neustart 2025“ teilnahm, betonte die Bedeutung solcher Konzepte und nannte die Einreichung von über 70 verschiedenen Vorschlägen, die unter anderem von der Cradle to Cradle NGO stammten.
Dennoch entbehrt die Umsetzung des Cradle to Cradle-Prinzips (C2C) nicht den Herausforderungen. Laut einem Bericht von TÜV Nord müssen Unternehmen oft interne Widerstände überwinden, um C2C-Konzepte zu implementieren. Kritikpunkte sind zum Beispiel die Notwendigkeit einer kompletten Umstellung der Wirtschaft und die Abhängigkeit von begrenzten Rohstoffen, was wiederum Umwelteinflüsse und Ressourcenkonflikte hervorrufen kann. Tom Koch, ein Berater, hebt hervor, dass es kreative Lösungen braucht, um diese Herausforderungen zu bewältigen und betont die Notwendigkeit von Kooperationen zwischen Unternehmen und sogar Wettbewerbern.
Der Weg zur nachhaltigen Bauweise
Im Rahmen eines Fachwebinars von BUILTWORLD wurden die zirkulären Bauweisen und innovative Designtechniken thematisiert. Experten wie Dagmar Elisabeth Parusel diskutierten die Bedeutung ressourcenschonender und ökologisch verträglicher Bauweisen. Die Bauindustrie ist für 60 bis 70 Prozent der globalen Ressourcennutzung verantwortlich, weshalb der Übergang zu kreislauffähigen Prozessen ohne Zweifel unerlässlich ist, um die europäischen Klimaziele zu erreichen. Digitale Produktpässe könnten dabei helfen, die Transparenz über Produktlebenszyklen zu verbessern und das Recycling zu unterstützen.
Besonders zukunftsweisend ist die Vorstellung, Gebäude als Rohstofflager zu begreifen, was auch als Urban Mining bekannt ist. In diesem Kontext bieten innovative Lösungen in den Bereichen Geothermie, Photovoltaik und Windenergie Potenzial für einen nachhaltigen Energieumgang. Die Integration der C2C-Konzepte und digitalen Technologien könnte der Bauindustrie helfen, ökologische und ökonomische Herausforderungen erfolgreich zu meistern.
Berlins Circular Community Hub ist daher nicht nur ein Schritt in die Zukunft des zirkulären Bauens, sondern auch ein wesentlicher Baustein zur Erreichung nachhaltiger urbaner Ziele.