Am Sonntag, dem 3. März 2026, fand in der Imam-Riza-Moschee in Berlin-Neukölln eine Trauerfeier für den getöteten Ayatollah Ali Chamenei statt. Dieser wurde durch einen Bombenangriff in Teheran getötet, was sowohl in der iranischen Hauptstadt als auch hierzulande zu unterschiedlichen Reaktionen führte. Während in Teheran Jubel über seinen Tod herrschte, versammelten sich in Neukölln rund 100 Trauergäste, um um den ehemaligen Diktator und islamistischen „Revolutionsführer“ zu trauern. Chamenei war bekannt für seine brutalen Repressionen, bei denen schätzungsweise Zehntausende Zivilisten auf seinen Befehl hin in diesem Jahr ums Leben kamen. Er hatte Demonstranten, die für ein freies Iran eintraten, als „Terroristen“ bezeichnet.

Vor der Moschee kam es hingegen zu lautstarken Protesten von etwa 200 Gegendemonstranten. Diese skandierten Parolen wie „Chomenei, Du Tyrann, wir haben es geschafft, Dich unter die Erde zu bringen“ und forderten ein Ende der islamistischen Herrschaft. An der Wand der Moschee prangt der Leitspruch: „Jeder Tag ist Aschura und jeder Ort ist Kerbala“, was auf die Bedeutung von Trauer und Opfer im Schiitischen Islam hinweist. Ein Zeuge berichtete, dass ein iranischer Geschäftsmann, der wegen Folter verurteilt worden war, häufig Bargeld in die Moschee gesendet haben soll, das in den Iran geflossen sein soll.

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Sicherheitsmaßnahmen und Proteste

Die Polizei hatte die Reuterstraße in Berlin-Neukölln am Sonntagabend abgeriegelt, um den Zugang zur Trauerfeier zu kontrollieren. Absperrgitter blockierten die Durchgänge an der Flughafenstraße und der Kreuzung zur Erlanger Straße, was nur Anwohnern und Teilnehmern der Trauerfeier den Zutritt erlaubte. Währenddessen protestierten die Gegendemonstranten lautstark und riefen „Terrorist, Terrorist“ bei Durchlass von Personen zur Moschee. Die Lautstärke wurde durch große Boxen und eine generatorbetriebene Anlage zusätzlich erhöht.

Ein Redner bei der Kundgebung äußerte, dass sie „feiern, was die Mullahs verbieten wollen“. Parolen wie „Freiheit für Iran“ und „Shah Reza Pahlavi“ wurden lautstark skandiert. Die Protestierenden schwenkten Flaggen in den Farben des Iran sowie Flaggen von Israel und der israelischen Streitkräfte. Rund 110 Personen nahmen an diesem Gegenprotest teil. Zudem hing eine Palästina-Flagge von einem Balkon gegenüber der Moschee, was die politischen Spannungen in der Region unterstreicht.

Historischer Kontext

Die Imam-Riza-Moschee, die als Treffpunkt für Unterstützer der Hisbollah galt, hat in der Vergangenheit bereits ähnliche Gedenkveranstaltungen ausgerichtet, wie beispielsweise die für den getöteten General Qassem Soleimani im Jahr 2020. Die Hisbollah wird von den USA, Großbritannien und Israel als Terrororganisation eingestuft. Ayatollah Chamenei trug den Titel Ajatollah, den höchsten Titel im Schiitentum, was seine Bedeutung innerhalb der schiitischen Gemeinschaft verdeutlicht.

Die Ereignisse rund um die Trauerfeier in Neukölln verdeutlichen die Spannungen zwischen der iranischen Diaspora und den politischen Realitäten im Iran. Die unterschiedlichen Reaktionen auf Chameneis Tod spiegeln die tiefen Gräben innerhalb der iranischen Gesellschaft wider und werfen Fragen auf über die Zukunft des Landes und die Rolle der internationalen Gemeinschaft in Bezug auf Iran.

Weitere Informationen finden Sie in der umfassenden Berichterstattung über diese Ereignisse auf Bild und taz.