In der heutigen Zeit sind Katastrophen wie Stromausfälle, Hochwasser und Cyberangriffe nicht mehr nur theoretische Szenarien, sondern reale Bedrohungen, die uns jederzeit treffen können. Ein präventives Krisenmanagement ist daher unerlässlich. In Neukölln, einem der Berliner Bezirke, ist die Vorbereitung auf solche Krisen jedoch noch nicht optimal. Nach einem großen Stromausfall im Jahr 2023 stellte sich heraus, dass die Katastrophenschutz-Leuchttürme in vielen Berliner Bezirken, einschließlich Neukölln, nicht einsatzbereit waren. Knapp sechs Wochen nach diesem Vorfall sind berlinweit fast die Hälfte der Leuchttürme nun einsatzbereit, doch in Neukölln sind die vier geplanten Leuchttürme noch in der Vorbereitung und somit noch nicht vollständig einsatzbereit.
Die Bezirksstadtrat Jochen Biedermann von den Grünen informierte in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) über den Stand der Dinge. Die Erstausstattung dieser Leuchttürme, die als Anlaufstellen für die Bevölkerung bei großflächigen Ausfällen kritischer Infrastruktur dienen, wurde vom Land Berlin bereitgestellt. Dazu zählen IT-Komponenten, Technik für lokales WLAN und Notstromaggregate. Dennoch reicht die vorhandene Ausstattung nicht aus, um den vorgesehenen Leistungskatalog vollständig zu erfüllen. So bemängelte die BVV die fehlende Bekanntheit der Leuchttürme, insbesondere bei jungen Menschen. Zur Verbesserung der Sichtbarkeit sind geplante landesweite Öffentlichkeitsarbeiten sowie lokale Informationsmaßnahmen wie Flyer vorgesehen.
Die Herausforderungen der Krisenvorsorge
Die Katastrophenschutz-Leuchttürme bieten eine Vielzahl von Dienstleistungen, die in Krisensituationen lebenswichtig sein können. Sie ermöglichen die Übermittlung von Notrufen, bieten Informationen und Warnungen, und stellen in Notfällen Verbindungen zu Leitstellen her. Typische Szenarien, für die diese Leuchttürme eingerichtet sind, sind großflächige Stromausfälle und Störungen der Telekommunikation. In Neukölln werden die Leuchttürme an verschiedenen Standorten eingerichtet, darunter das Rathaus Neukölln und die Michael-Ende-Grundschule.
Die Notwendigkeit klarer Vorgaben und Unterstützung von der Landesebene ist für den Bezirk entscheidend. Biedermann betont, dass der Ausbau personeller Kapazitäten und ausreichende Haushaltsmittel erforderlich sind, um die Krisenvorsorge zu stärken. Ab Januar 2025 wird ein Kompetenzzentrum für Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement als zentrale Koordinierungsstelle fungieren. Im Doppelhaushalt 2026/27 sind zudem für jeden Bezirk zwei zusätzliche Vollzeitstellen für Katastrophen- und Zivilschutz vorgesehen.
Ein Blick über die Bezirksgrenzen hinaus
In Deutschland ist der Katastrophenschutz Ländersache, was bedeutet, dass der Bund keine unmittelbaren Zuständigkeiten hat. Der Bedarf an einem effektiven Krisenmanagement ist jedoch landesweit zu spüren. Während andere Bundesländer, wie Brandenburg, bereits umfangreiche Maßnahmen zur Stärkung ihrer Katastrophenschutzleuchttürme planen, zeigt sich in Neukölln und anderen Bezirken eine gewisse Unklarheit über Zuständigkeiten zwischen Senat und Bezirk. Dies könnte die Einsatzbereitschaft im Krisenfall beeinträchtigen.
Die Flutkatastrophe von 2021 hat die Schwächen im deutschen Krisenmanagement deutlich gemacht und den dringenden Handlungsbedarf unterstrichen. Es wird immer wieder gefordert, dass Kommunen und Verwaltungen ein verbindliches und anerkanntes Krisenmanagement etablieren, um besser auf zukünftige Krisen vorbereitet zu sein. Letztlich entscheidet die Vorbereitung über die Folgen, die Krisen für Regionen, Unternehmen und Familien haben können.
Für Neukölln bleibt also zu hoffen, dass die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Katastrophenvorsorge zeitnah umgesetzt werden, damit die Bevölkerung im Ernstfall sicher geschützt ist. Die Leuchttürme, die als wichtige Anlaufstellen fungieren, könnten mit einer besseren Ausstattung und klaren Vorgaben vonseiten des Landes zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Krisenvorsorge werden.
Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die vollständigen Artikel unter den folgenden Links nachlesen: Tagesspiegel, Wikipedia und Notfallakademie.