Am Samstag, den 14. Februar 2026, wird in Neukölln ein Aktionstag für ein bezahlbares Leben stattfinden. Diese Veranstaltung zielt darauf ab, auf die drängenden sozialen Probleme in der Region aufmerksam zu machen, wo über ein Drittel der Kinder in Armut lebt. Die Organisatoren haben ein vielfältiges Programm vorbereitet, das unter anderem Haustüraktionen, Miet- und Heizkostenchecks sowie eine Kiezkantine mit kostenlosem Essen umfasst. Der Aktionstag findet an zwei zentralen Orten statt: dem Linx44 in der Schierker Str. 26 und der Kiezkantine studio nagelneu in der Hermannstraße 102. Die Einführung im Linx44 beginnt um 11 Uhr, gefolgt von Haustüraktionen gegen Mietwucher. In der Kiezkantine wird ab 11:30 Uhr gemeinsam Essen vorbereitet, und um 16 Uhr sind alle eingeladen, das fertige Essen zu genießen. Nach dem gemeinsamen Essen um 17:30 Uhr steht der Abwasch und das Aufräumen auf dem Plan. Interessierte sind herzlich eingeladen, bei den Haustüraktionen oder beim Schnippeln in der Kiezkantine mitzumachen. Eine Anmeldung ist über einen bereitgestellten Link möglich. Weitere Informationen sind auf der Website der Linken zu finden, die die Veranstaltung organisiert hat (hier).
Die Situation in Neukölln ist angespannt. Seit 2022 sind die Mieten um 23,5 Prozent gestiegen, was die stärkste Mietsteigerung in ganz Berlin darstellt. Diese Entwicklung belastet zunehmend die Einkommen der Bewohner und führt zu einer sozialen Notlage, wie Hannah Vongries, Sprecherin der Linken Neukölln, betont. Tausende Neuköllner*innen sind von Armut betroffen oder bedroht. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fordert die Linke Neukölln politische Maßnahmen, darunter die Umsetzung des Volksentscheids „Deutsche Wohnen und Co enteignen“ und einen bundesweiten Mietendeckel. Vongries macht deutlich, dass es nicht nur um steigende Mieten geht, sondern um aktive Erhöhungen, die viele Menschen in die Enge treiben. Weitere Informationen zu den Forderungen finden sich unter diesem Link.
Soziale Herausforderungen in Neukölln
Die sozialen Herausforderungen in Neukölln sind vielschichtig. Im Jahr 2022 lag der Anteil der Arbeitslosen im erwerbsfähigen Alter bei etwa 5%, während in Stadtteilen wie Neukölln, Spandau und Friedrichshain-Kreuzberg die Arbeitslosenquote zwischen 8 und 15% variierte. Bildung spielt eine entscheidende Rolle für den sozialen Aufstieg; höhere Bildungsabschlüsse führen zu höheren Jahresverdiensten. Allerdings zeigen Statistiken, dass in Neukölln ein hoher Anteil an Personen ohne Ausbildungs- oder Hochschulabschluss lebt. Etwa jede:r Vierte über 15 Jahre hat keinen solchen Abschluss, was die Chancen auf eine Verbesserung der Lebenssituation stark beeinträchtigt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verteilung der Schulabschlüsse. In Neukölln haben viele Menschen einen Hauptschul- oder gleichwertigen Abschluss; etwa jede:r Fünfte ist betroffen. Im Gegensatz dazu haben Bezirke wie Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow einen höheren Anteil an (Fach-)Abiturabsolvent:innen. Diese Ungleichheiten können durch verschiedene Faktoren, wie die fehlende Anerkennung ausländischer Abschlüsse oder Sprachbarrieren, verschärft werden. Die Lebenserwartung in Berlin hat zwar zwischen 2012 und 2022 leicht zugenommen, doch Männer in Neukölln leben im Schnitt fünf Jahre kürzer als der Durchschnitt in Deutschland. Die Wohnbedingungen sind zudem stark räumlich ungleich verteilt, wobei einfache Wohnlagen vor allem im Norden Neuköllns konzentriert sind. Für weitere Informationen zur sozialen Situation in Berlin, einschließlich der Herausforderungen in Neukölln, klicken Sie bitte hier.