Die erste offene Werkstatt zur Planung des neuen Stadtquartiers Elisabeth-Aue in Pankow fand am 29. Januar im Forum Factory in Kreuzberg statt. Diese Veranstaltung diente als Plattform für Anwohner, um ihre Meinungen und Bedenken zu äußern. Laut Entwicklungsstadt berichteten Teilnehmende von ihrer Skepsis gegenüber den Organisatoren und kritisierten insbesondere die späte Informationsweitergabe über die Veranstaltung.
Die Wahl des Standorts in Kreuzberg für ein Pankower Projekt wurde von Anwohnern als unverständlich empfunden. Trotz dieser Bedenken nahmen rund 20 Architekturbüros an einem offenen Wettbewerb teil, aus dem vier Teams ausgewählt wurden, um ihre Konzepte zu präsentieren. Zu den eingeladenen Architekten gehörten Kuehn Malvezzi, Ortner & Ortner Baukunst, Cityförster architecture + urbanism sowie Hosoya Schaefer Architects mit Agence Ter.
Geplante Ansprüche und Herausforderungen
Ein zentrales Anliegen der Planer ist die Entwicklung eines autoarmen Quartiers, das Platz für eine Vielzahl von Freiräumen und Parks bieten soll. Jüngste Informationen von berlin.de machen deutlich, dass die neuen Freiräume attraktive Spiel-, Sport- und Bewegungsangebote schaffen und sich harmonisch in das Freiraumnetz der Umgebung integrieren sollen. Ein offenes Feldwegenetz soll zusätzlich zur Erlebbarkeit der Landschaft beitragen.
Die Entwürfe der Architekturbüros beinhalten unter anderem eine klimatische Verträglichkeit und soziale Durchmischung, die als wichtige Kriterien von den Anwohnern gefordert werden. Während einige Konzepte großzügige Grünräume vorsehen, betonen andere die Notwendigkeit eines identitätsstiftenden Zentrums. Um die Infrastruktur für bis zu 12.000 zukünftige Bewohner zu gewährleisten, fordern Anwohner klare Verbindungen zur umgebenden Nachbarschaft.
Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung
Die Notwendigkeit einer umweltschonenden Stadtgestaltung ist nicht nur für das Projekt Elisabeth-Aue relevant, sondern wird auch von Umweltbundesamt unterstrichen. Das Ziel der Bundesregierung, die Flächenneuinanspruchnahme zu reduzieren, stellt hohe Anforderungen an die Planung. Kommunen sind verpflichtet, flächensparende Innenentwicklungen und die Umnutzung brachgefallener Flächen zu fördern.
Die Herausforderungen des demografischen Wandels, wie die Zunahme von Single-Haushalten und älteren Menschen, machen es erforderlich, die Lebensqualität in urbanen Räumen zu steigern. Ein konsistentes Leitbild für eine nachhaltige Stadtentwicklung ist unerlässlich, um kompakte, gemischt genutzte Siedlungsstrukturen zu schaffen. Diese sollen kurze Wege zu Versorgungs- und Freizeitmöglichkeiten bieten, gleichzeitig aber auch eine hohe Umwelt- und Aufenthaltsqualität gewährleisten.
Der Siegerentwurf für das Quartier Elisabeth-Aue soll im März 2026 feststehen, mit einer Abschlussveranstaltung, die im April 2026 geplant ist. Die hohen planerischen Erwartungen an die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften GESOBAU und HOWOGE sind Teil der visionären Ansätze, um aus einem Neubauprojekt ein funktionierendes und lebendiges Quartier zu entwickeln.