Heute ist der 6.02.2026 und wir werfen einen Blick auf das historische Drama „Nacht über Berlin“, das am 27. Februar 1933 spielt. Die Handlung entfaltet sich vor dem Hintergrund der politischen Unruhen in Berlin, die zur Beendigung der ersten Demokratie auf deutschem Boden führten. Der Film wird heute auf 3sat wiederholt und bietet eine spannende Mischung aus historischen Ereignissen und einer fiktionalen Liebesgeschichte.

Im Zentrum der Geschichte steht Albert Goldmann, ein gemäßigter SPD-Abgeordneter und idealistischer jüdischer Arzt, der sich nach dem Ersten Weltkrieg für Frieden und Demokratie einsetzt. Sein Leben nimmt eine dramatische Wendung, als sein Bruder Edwin, ein Mitglied einer radikalen kommunistischen Zelle, ihn zu einem riskanten Kurierdienst überredet. Auf diesem gefährlichen Weg wird Albert von Henny Dallgow, einer selbstbewussten und emanzipierten Sängerin aus reichem Haus, gerettet. Henny hat das „Ballhaus“ von Matze Belzig übernommen, der nach Amerika emigriert, und entwickelt eine tiefgehende Liebe zu Albert, auch wenn ihre Welt im Gegensatz zu seinen Idealen steht.

Die Eskalation der Ereignisse

Im Februar 1933, während die politischen Spannungen in Berlin eskalieren, erfährt Henny von einer Bedrohung für Albert, der sich auf dem Weg zum Reichstag befindet, um einem verwirrten Patienten zu helfen. Diese dramatischen Vorkommnisse sind nicht nur Teil der fiktionalen Erzählung, sondern spiegeln auch die Realität wider, dass am Abend des 27. Februar 1933 der Reichstagsbrand stattfinden sollte. Adolf Hitler, zu diesem Zeitpunkt Reichskanzler, nutzte diesen Brand, um die umstrittene „Reichstagsbrandverordnung“ zu erlassen, die wesentliche Grundrechte der Verfassung außer Kraft setzte.

Die Besetzung des Films ist bemerkenswert: Jan Josef Liefers spielt den idealistischen Albert Goldmann, während Anna Loos die Rolle der Henny Dallgow übernimmt. Weitere wichtige Charaktere sind Edwin Goldmann, gespielt von Franz Dinda, und Erhart von Kühn, dargestellt von Sven Lehmann. Die Regie und das Drehbuch stammen von Friedemann Fromm und Rainer Berg, während die Musik von Florian de Gelmini und die Kamera von Jo Heim stammt.

Ein Blick auf die Produktion

Nicht nur die Handlung, sondern auch die visuelle Gestaltung des Films ist aufwendig. Die Kulissen, Kostüme und Komparsen tragen zur authentischen Atmosphäre der Weimarer Republik bei. Besonders beeindruckend ist die Nachbildung des historischen Plenarsaals des Reichstags, die einen tiefen Einblick in die damalige Zeit gewährt. Der Film thematisiert die Spannungen zwischen linken und rechten Extremisten und reflektiert die Herausforderungen, denen sich die Weimarer Republik gegenübersah.

„Nacht über Berlin“ vereint somit sowohl historische Fakten als auch menschliche Emotionen in einer bewegenden Erzählung. Der Film ist ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur und zeigt, wie eng das persönliche Schicksal mit den großen politischen Umwälzungen verknüpft ist. Informationen über den Film finden Sie in der ausführlichen ARD Mediathek, während eine detaillierte Kritik auf Prisma verfügbar ist.