Am 16. September 2025 wurde die Podiumsdiskussion „Mobilität für alle in Hohenschönhausen“ im Humboldt-Haus in Berlin durch die Bezirksstadträtin Filiz Keküllüoğlu (Bündnis 90/Die Grünen) eröffnet. Diese Veranstaltung war Teil des Jubiläumsprogramms zu 40 Jahren Neu-Hohenschönhausen und der Europäischen Mobilitätswochen. Von 17:00 bis 20:00 Uhr hatten die Besucher die Möglichkeit, sich bei einer Ausstellung über die bezirkliche Mobilitätspolitik seit 2015 zu informieren.
Ein zentrales Anliegen der Diskussion war die Verbesserung der Mobilität im Bezirk, insbesondere für den Fuß- und Radverkehr sowie die Barrierefreiheit und Schulwegsicherheit. Ab 18:00 Uhr wurde über die Entwicklungsmöglichkeiten für eine umwelt- und klimafreundliche Mobilität im Norden des Bezirks debattiert. An dem Podium beteiligten sich unter anderem Danny Freymark und Stefan Taschner, beide Mitglieder des Abgeordnetenhauses, sowie Holger Mertens, Chefredakteur des SIGNAL – Fahrgastverband IGEB und Evan Vosberg vom ADFC Berlin.
Aktuelle Herausforderungen in der Mobilität
Die Diskussion um Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr wurde kürzlich durch einen landesweiten Protesttag in Nordrhein-Westfalen weiter angeheizt. Demonstranten machten auf die bestehenden Barrieren aufmerksam, die Menschen, unabhängig von Einkommen, Alter oder Mobilität, den Zugang zu Verkehrsmitteln verwehren. Rund 50 Teilnehmer erlebten während einer Podiumsdiskussion im Wissenschaftspark Gelsenkirchen einen Austausch über die Notwendigkeit eines barrierefreien ÖPNV. Professor Dr. Frank Eckardt hob hervor, dass Mobilität eine Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe ist.
Kritik erntete auch die mangelnde Verankerung von Barrierefreiheit in der Ausbildung von Stadtplanern sowie die unzureichenden Mittel und Standards für eine effektive Umsetzung. Die Forderung nach einer gerechten Verteilung des öffentlichen Raums und verbindlichen Infrastrukturstandards wurde lautstark unterstützt. Besondere Beachtung fand der Zusammenhang zwischen sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz – Barrierefreiheit müsse aktiv in die Planung integriert werden, um Gleichheit zu schaffen.
Europäische Maßnahmen für inklusive Mobilität
Vor diesem Hintergrund ist es signifikant, dass die EU an inklusiven Verkehrssystemen arbeitet, die allen Bürgern eine unabhängige Mobilität ermöglichen sollen. Durch Programme wie Horizont 2020 werden elf EU-finanzierte Projekte gefördert, die auf Barrierefreiheit, Erschwinglichkeit und Inklusivität abzielen. Über 80 Millionen Menschen in Europa leben mit Langzeitbehinderungen und benötigen barrierefreie Verkehrsangebote.
Mobilität wird zunehmend als universelles Recht betrachtet, das für die Ausübung anderer grundlegender Rechte wie Wohnung, Arbeit, Bildung und Gesundheit von zentraler Bedeutung ist. Der Europäische Grüne Deal kann hierbei als strategische Grundlage für nachhaltige Mobilität dienen und fordert die Schaffung einer barrierefreien Verkehrsinfrastruktur in allen Regionen.
Mit Initiativen wie „Frauen im Verkehrssektor“ und verschiedenen Pilotprojekten, die auf kinderfreundliche Straßen und die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet sind, wird die Diversität in der Verkehrsplanung verstärkt berücksichtigt. Die Projekte zielen darauf ab, Mobilitätslösungen zu entwickeln, die inklusiv und nachhaltig sind, und sie manifestieren das Bestreben, eine gerechtere Mobilität für alle zu gewährleisten.
Für weitere Informationen zur Podiumsdiskussion in Hohenschönhausen können Interessierte die Stadtteilkoordination Hohenschönhausen Nord kontaktieren, erreichbar unter 0172/9463989 oder per E-Mail an stadtteilkoordination@vav-hhausen.de. Der Eintritt zur Veranstaltung war kostenfrei und der Zugang zum Humboldt-Haus barrierefrei.