Mobbing an Schule: Lehrer klagt über jahrelange Diskriminierung!
Pädagoge Inácio-Stech berichtet von Mobbing an Berlins Carl-Bolle-Grundschule. Bildungssenatorin kündigt Maßnahmen an.

Mobbing an Schule: Lehrer klagt über jahrelange Diskriminierung!
In einem besorgniserregenden Fall von Mobbing an einer Berliner Grundschule berichtet der Pädagoge Oziel Inácio-Stech von andauernden Diskriminierungen aufgrund seiner Homosexualität, die seit 2023 dokumentiert sind. Laut rbb24 umfasst seine Akte nahezu 400 Seiten und wurde kürzlich von Berliner Abgeordneten eingesehen. Inácio-Stech ist derzeit krankgeschrieben und kann seinem Beruf an der Carl-Bolle-Grundschule in Berlin-Moabit nicht nachgehen.
Der Lehrer erinnert sich an zahlreiche Vorfälle, darunter eine Beleidigung durch einen Schüler, der gegen seine Tür trat und homophobe Äußerungen von sich gab. Insgesamt wurden 14 Mobbingvorfälle registriert, auf die die Schule über Klassenkonferenzen reagierte. Schmerzlich ist für ihn, dass eine Reaktion auf einen spezifischen Vorfall erst Wochen später kam und diese lediglich Verweise für Schüler der Klassenstufe 5 beinhaltete. Inácio-Stech äußerte deutlich, dass er nicht länger in dieser belastenden Situation leben könne.
Akteneinsicht und Reaktionen der Bildungssenatorin
Bei der Einsichtnahme seiner Akte fand Inácio-Stech eine bedeutende E-Mail, die zu einem Vorfall gehörte, nicht vor. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) reagierte auf die Vorwürfe und legte dar, dass das Fehlen von Unterlagen zunächst als Unterstellung gilt. Sie forderte eine Überprüfung der Aktenlage und kündigte an, dass das Beschwerdemanagement in der Verwaltung überarbeitet wird. Zudem sollen an der Carl-Bolle-Grundschule Schulungen durch Antimobbing- und Antidiskriminierungsbeauftragte stattfinden, um die Situation zu verbessern.
Zusätzlich gab Günther-Wünsch zu, dass ein Anwaltsschreiben, das Mobbingvorwürfe gegen Inácio-Stech thematisierte, erst fünf Monate nach dem Erhalt von ihr gelesen wurde. Dieses Schreiben, datiert auf den 4. Dezember 2024, beschrieb, dass der Lehrer von einer Kollegin fälschlicherweise beschuldigt wurde. Weder die Schulleitung noch die Schulaufsicht in Berlin-Mitte, vertreten durch Detlev Thietz, haben diesen Vorwürfen nachgegangen, was die Situation weiter kompliziert hat, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen
Der Fall ist nicht nur ein individuelles Drama, sondern spiegelt auch ein größeres Problem wider: Diskriminierung und Mobbing im Bildungsbereich bleiben häufig unzureichend behandelt. Laut bildungsrechte.de ist Mobbing durch Lehrer eine ernsthafte Herausforderung. Schulen sind gesetzlich verpflichtet, die Persönlichkeitsrechte der Schüler zu wahren, und die Untätigkeit ihrer Lehrkräfte kann rechtliche Konsequenzen haben. Mobbing kann aggressive Verhaltensweisen hervorrufen, die Schüler isolieren oder einschüchtern, und hat oft schwerwiegende Folgen für das psychische Wohlbefinden der Betroffenen, die von Angst bis zu Depressionen reichen können.
Inácio-Stech möchte sich zunächst auf seine Gesundheit konzentrieren, bevor er das Gesprächsangebot der Senatorin annimmt. Es bleiben Fragen offen, wie es mit der Unterstützung im kommenden Schuljahr weitergeht und welche weiteren Schritte notwendig sind, um ein sicheres und respektvolles Umfeld für alle Schüler und Lehrer zu gewährleisten.