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In der Joseph-Haydn-Straße 1, direkt in der Nähe des S-Bahnhofs Tiergarten, wurde eine Sitzbank wieder aufgestellt, die fast ein Jahr lang verschwunden war. Am 8. März 2026 wurde die Bank offiziell wieder benutzbar, sehr zur Freude der Anwohner und Passanten. Diese Bank hat eine besondere Geschichte, die eng mit dem Aktivisten und Künstler Ben Wagin verknüpft ist, der vor 30 Jahren einen alten Walnussbaum in der Umgebung pflanzte. Wagin, bekannt als „der Mann der Bäume“, verstarb im Juli 2021 im Alter von 91 Jahren und hinterließ ein bedeutendes Erbe in Berlin.

Die Bank war im Juni 2025 demontiert worden, um Reparaturarbeiten an einer Fernwärmeleitung durchzuführen, die die Wurzeln der Bäume beschädigt hatte. Ursprünglich war an der Bank eine Plakette mit den Worten „Parlament der Bäume, Dafne B Räume“ angebracht, die jedoch entwendet wurde. Der Künstlername „Dafne B“, den Wagin gewählt hatte, erinnert an ein jüdisches Mädchen, das deportiert wurde und das er geliebt hatte. Dafne B, die 1989 nach Berlin kam, bezeichnet die Bank als „Ort des Rastens und der Einkehr“ und hofft, dass die Menschen, die dort Platz nehmen, an Ben Wagin denken und einen Moment des Friedens finden.

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Das Parlament der Bäume

Das „Parlament der Bäume“ ist ein Gedenkort, den Ben Wagin 1990 am Spreeufer in Mitte geschaffen hat. Es erinnert nicht nur an die Todesopfer der Berliner Mauer, sondern auch an weitere Opfer von Krieg und Gewalt. Diese Installation, die aus 58 Elementen der Berliner Mauer und 16 Bäumen besteht, ist ein Mahnmal gegen Krieg und Gewalt, das den Besuchern durch bepflanzte Flächen, Zeugnisse der ehemaligen Grenzanlagen sowie Bilder und Texte einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte der Mauer bietet. Auf Granitplatten sind die Namen der Mauertoten verzeichnet, sodass die Erinnerung lebendig bleibt.

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Im November 2017 wurde das Parlament der Bäume unter Denkmalschutz gestellt. Wagin hatte Gedenksteine, Bilder und Teile der Grenzsicherungsanlagen arrangiert, und verschiedene Künstler bearbeiteten die Ausstellungsstücke, um den Ort zu einem lebendigen Erinnerungsort zu machen. Die L-förmigen Mauersegmente der letzten Mauergeneration bilden den Hintergrund der Installation und erinnern an die vielen Schicksale, die mit der Mauer verbunden sind. Am 3. Oktober 1997 entzündete Wagin 999 Fackeln, die den Verlauf der Mauer nachbildeten, und verwandelte den Ort in ein eindrucksvolles Lichtspiel.

Ein Ort der Erinnerung und des Friedens

Die Wiedererrichtung der Bank und die Verbindung zu Ben Wagin und dem Parlament der Bäume sind mehr als nur bauliche Maßnahmen. Sie sind Teil eines größeren Kontextes, in dem Erinnerungsarbeit und Kunst ineinanderfließen. Dafne B, die als Friedensaktivistin bekannt ist, hat verschiedene Kunstprojekte zur Überwindung von Grenzen zwischen Menschen realisiert. Ihre Edelstahlpanzersperre, die sie 2021 an der Neuen Nationalgalerie aufgestellt hatte, wurde von der Museumsleitung als unangemeldet kritisiert, was die Komplexität ihrer Botschaft unterstreicht.

Die Bank und das Parlament der Bäume stehen somit nicht nur für eine Erinnerung an die Vergangenheit, sondern auch für die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft. Wie Dafne B es ausdrückt, ist die Bank ein Ort, an dem Menschen innehalten und an Ben Wagin denken können, während sie gleichzeitig über die Bedeutung von Frieden und Gemeinschaft nachdenken. In einer Stadt, die von ihrer Geschichte geprägt ist, bleibt der Ort ein lebendiges Zeugnis für die Kraft der Erinnerung und der Kunst.

Für weitere Informationen über das Parlament der Bäume und die Hintergründe von Ben Wagin, besuchen Sie die Seiten der Stiftung Berliner Mauer und die Wikipedia-Seite.