Am 17. Februar 2026 ist die Stimmung unter den Dozierenden der Volkshochschule Berlin-Mitte, dem größten Anbieter für Integrationskurse in Berlin, angespannt. Herr Heller, ein engagierter Dozent, äußert seine Besorgnis über den neu verfügten Stopp der Integrationskurse durch das Bundesinnenministerium. Dieser Schritt wird von den Dozierenden als großer Schock empfunden und sorgt für Unsicherheit in ihrer Selbstständigkeit. Die Entscheidung, die Kurse einzustellen, stellt einen erheblichen Nachteil für die Migrantinnen und Migranten dar, die auf diese Angebote angewiesen sind, um sich in die Gesellschaft zu integrieren. Mehr dazu hier.

Die Dozierenden setzen sich stark für die Integration von Migrantinnen und Migranten ein und unterstützen sie in ihrem Bemühen, die deutsche Sprache sowie die Kultur des Landes zu erlernen. Der Stopp betrifft nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die auf diese Kurse angewiesen sind, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte bereits im November die Bearbeitung der Anträge gestoppt, was die Unsicherheit weiter verstärkt.

Finanzielle Hintergründe und Auswirkungen

Das Bundesinnenministerium hat diesen Schritt unternommen, um Kosten zu sparen. Schätzungen des Volkshochschulverbands zufolge könnten bis zu 130.000 Menschen von dieser Maßnahme betroffen sein. Besonders kritisch wird der Stopp von Integrationskursen für Asylbewerber, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, Menschen mit Duldung und Arbeitsmigranten aus EU-Staaten gesehen. Der Zugang zu den Integrationskursen wurde für etwa die Hälfte der bisherigen Teilnehmer gestoppt, was die Bemühungen der Ampelregierung, ab 2022 den Zugang für praktisch alle neu nach Deutschland kommenden Menschen zu ermöglichen, in Frage stellt. Hier finden Sie weitere Informationen.

Henning Zanetti, Sprecher des Innenministeriums, erklärt, dass Integrationskurse vor allem für dauerhaft in Deutschland bleibende Personen zur Verfügung stehen. Die Kosten für einen Integrationskurs belaufen sich auf mehrere Tausend Euro für 600 Unterrichtsstunden, was die finanziellen Herausforderungen des Systems verdeutlicht. Der Bund stellt in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro für Integrationskurse zur Verfügung, dennoch bleibt unklar, wie der Zugang in Zukunft geregelt wird.

Kritik und Reaktionen

Die Entscheidung, die Integrationskurse einzustellen, stößt auf viel Kritik. Peter Hermanns vom Internationalen Bund Berlin-Brandenburg äußert Unverständnis über den Sparkurs, insbesondere vor dem Hintergrund des bestehenden Fachkräftemangels in Deutschland. Sascha Rex vom Volkshochschulverband warnt, dass der Stopp nicht nur freiwillige Teilnehmer betrifft, sondern auch Personen, die von der Arbeitsagentur zur Teilnahme verpflichtet sind. Kritische Stimmen kommen auch von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und der Integrationsbeauftragten Natalie Pawlik, die die Bedeutung von Deutschkenntnissen für die Integration und den Zugang zum Arbeitsmarkt betonen.

Die Streichung von Integrationskursen für Flüchtlinge ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus soll laut BAMF 350 Millionen Euro einsparen. Dieses Vorgehen wird jedoch als problematisch angesehen, da die Integrationskurse eine wichtige Rolle bei der Förderung der Integration spielen, indem sie die deutsche Sprache, Geschichte und Kultur vermitteln. Das BAMF begründet den Stopp mit finanziellen Herausforderungen und überplanmäßigen Ausgaben in den letzten Jahren. Für Interessierte ohne Zulassung bleibt die Möglichkeit, als Selbstzahlende an Kursen teilzunehmen. Weitere Details sind hier zu finden.

Die Zukunft der Integrationskurse in Deutschland bleibt ungewiss, und es wird ein dringender Dialog über die Notwendigkeit und die Zugangsmöglichkeiten für Migrantinnen und Migranten gefordert. Der Mangel an Sprachkenntnissen könnte sich nicht nur negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken, sondern auch langfristig die Sozialkosten erhöhen. Es ist entscheidend, dass die Politik Wege findet, um den Zugang zu Integrationskursen zu sichern und somit eine erfolgreiche Integration zu fördern.