Die ehemalige Rotaprint-Fabrik in Berlin-Mitte ist ein eindrucksvolles Beispiel für die gelungene Verbindung von Denkmalpflege und zeitgemäßer Nutzung. Besonders im Fokus steht das Bürogebäude Haus 24, das Teil dieses historischen Ensembles ist. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat nun 35.000 Euro für die Instandsetzung der Fensteranlagen bereitgestellt. Diese Mittel stammen aus Spenden und der Lotterie GlücksSpirale und unterstreichen das Engagement für den Erhalt dieses denkmalgeschützten Gebäudes, das seit 1991 unter Schutz steht und zu über 200 Objekten gehört, die die DSD in Berlin unterstützt.

Haus 24 wurde zwischen 1955 und 1959 von dem Architekten Klaus Kirsten errichtet und zeigt hohe architekturgeschichtliche und künstlerische Werte. Die Bürohausfront ist in 23 Fensterreihen gegliedert und wird durch vertikale Betonfertigteilelemente strukturiert. Die Fassade besteht aus Stahlwalzprofilen und Eternit mit einem Holzfaser-Kern, was ihr einen besonderen Charakter verleiht. Mit der integrierten Montagehalle und dem zweigeschossigen Treppenhaus handelt es sich um ein Beispiel für funktionale und ästhetisch ansprechende Architektur der damaligen Zeit.

Sanierung und Nutzung des ExRotaprint-Ensembles

Die Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude des ExRotaprint-Ensembles ist ein langfristiges Projekt, das über mehrere Jahrzehnte hinweg entwickelt wird. Die ExRotaprint gGmbH, die das Gelände seit 2007 verwaltet, hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine heterogene Nutzung aus Arbeit, Kunst und sozialen Projekten zu fördern. Die Mieterinnen und Mieter, die an der Projektentwicklung beteiligt sind, tragen zur lebendigen Nutzung des Geländes bei. Die Integration von innovativen Finanzierungsmodellen und gemeinnützigen Strukturen zeigt, wie Denkmalpflege mit modernen Herausforderungen und Bedürfnissen harmonieren kann.

Die Sanierungsmaßnahmen umfassen energetische Verbesserungen, Brandschutzmaßnahmen und die Neuorganisation der Mietflächen. So wurden beispielsweise energetische Sanierungen wie Dämmung und der Austausch der Elektroinstallation durchgeführt. Auch die Brandschutzmaßnahmen, die Rauchmelder und Feuertüren beinhalten, wurden sorgfältig umgesetzt, um die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten. Die Fördergelder von 685.000 Euro bis 2017 aus der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin haben dazu beigetragen, dass die Renovierungsarbeiten erfolgreich vorangetrieben werden konnten.

Denkmalpflege mit gesellschaftlicher Relevanz

Das ExRotaprint-Ensemble ist nicht nur ein Beispiel für gelungene Denkmalpflege, sondern auch für die Schaffung von Räumen für Kultur, Gewerbe und soziale Einrichtungen. Die Mietkonditionen sind so gestaltet, dass sie für kleine und mittelständische Betriebe tragbar sind, was eine Diversität der Nutzer fördert. Der Erbbaurechtsvertrag, der den Verkauf der Liegenschaft verhindert, sichert langfristige Nutzungsperspektiven. Die ExRotaprint gGmbH hat für ihre Leistungen bereits die Ferdinand-von-Quast-Medaille für Denkmalpflege des Berliner Senats sowie den Denkmalpreis des Landes Berlin im Jahr 2019 erhalten und beweist damit, dass Denkmalpflege nicht nur eine Frage der Erhaltung, sondern auch der Entwicklung ist.

Insgesamt zeigt das Projekt ExRotaprint, wie durch architektonische Sensibilität, wirtschaftliche Überlegungen und rechtliche Rahmenbedingungen eine nachhaltige Nutzung denkmalgeschützter Liegenschaften möglich ist. Dies ist ein wichtiger Schritt in der Diskussion um den Erhalt unserer kulturellen Erbes und dessen Anpassung an die Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft. Für weitere Informationen zu den laufenden Projekten und deren Hintergründen, besuchen Sie bitte die Website der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und erfahren Sie mehr über die denkmalgerechte Sanierung des ExRotaprint-Modells.