In Berlin-Mitte, an der Lehrter Straße, wird aus einem ehemaligen Botschaftsgebäude der Indonesischen Botschaft ein innovatives Projekt: das „Haus der Stadtnatur“. Dieses ambitionierte Vorhaben, getragen von der Stiftung Naturschutz Berlin (SNB), hat das Ziel, eine Plattform für Umweltbildung, Naturschutz und zivilgesellschaftliches Engagement zu schaffen. Die Indonesische Botschaft ist bereits in einen Neubau im Tiergartenviertel gezogen, während das historische Gebäude nun einer umfassenden Sanierung unterzogen wird. Der Innenausbau wird von der Verkäuferin durchgeführt, während Renovierungen an Fassade und Dach geplant sind. Die Fassade wird aufgrund von Rissen mit einem vergleichbaren Material instandgesetzt. Ein genaues Eröffnungsdatum steht noch nicht fest.

Das Nutzungskonzept des „Haus der Stadtnatur“ sieht verschiedene Veranstaltungsflächen und Büros vor, mit einer möglichen Erweiterung des Innenhofs. Besonders spannend ist der Umbau des Erdgeschosses zu einer Veranstaltungsetage, die auch Platz für Ausstellungen bieten wird. Geplant sind Seminare der Freiwilligendienste sowie Angebote der Naturschutzakademie, die hier ihren Sitz haben wird. Externe Akteure, wie die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V., werden ebenfalls einziehen und somit die Vernetzung im Bereich Umwelt- und Naturschutz fördern.

Ein Meilenstein für den Naturschutz in Berlin

Der Kauf der Immobilie wurde am 29. Januar 2026 einstimmig vom Berliner Abgeordnetenhaus genehmigt und wird als bedeutender Schritt für den aktiven Naturschutz in Berlin betrachtet. Die SNB, die vor 45 Jahren per Gesetz gegründet wurde, hat sich in der Stadt als zentraler Akteur in der Umwelt- und Naturbildung etabliert. Sie kooperiert bereits mit hunderten Einrichtungen, darunter Waldkindergärten und Botanische Gärten, und wird mit dem „Haus der Stadtnatur“ einen geeigneten Ort für umfassende Vernetzungsarbeit bieten.

Die ökologischen Maßnahmen, die im Rahmen des Projekts umgesetzt werden, umfassen Dachbegrünungen, die Installation von Photovoltaikanlagen und ein Biodiversitätskonzept. Der Innenhof wird begrünt, mit Hochbeeten, die heimische Wildpflanzen beherbergen, und es werden Nistmöglichkeiten sowie Fassadenbegrünungen vorgesehen. Zudem ist die Nutzung von Regenwasser und die Installation von Wallboxen für E-Autos Teil des Gesamtkonzepts. Der Innenhof wird während der Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Vielfältige Angebote für die Berliner Bevölkerung

Das „Haus der Stadtnatur“ wird nicht nur ein Ort für Fachkräfte, sondern auch für die Öffentlichkeit. Die stiftungseigene Naturschutzakademie wird im Erdgeschoss Seminare, Workshops und Veranstaltungen anbieten. Zudem betreibt die SNB das kostenfreie Online-Portal Umweltkalender Berlin, das ein tagesaktuelles Angebotsspektrum rund um Umwelt und Natur bereitstellt. Hier finden jährlich ca. 10.000 Veranstaltungen für unterschiedliche Alters- und Interessengruppen statt.

Die Berliner können sich auf vielfältige Freizeitaktivitäten freuen: von Ausflugszielen über Workshops für Kinder bis hin zu Vorträgen zu verschiedenen Themen. Das Portal ermöglicht es, Veranstaltungstermine im eigenen Kalender zu speichern und bietet eine Orientierungshilfe durch redaktionell zusammengestellte Highlights und Empfehlungen. Die Angebote reichen von Umweltbildung über Workshops bis zu Freizeitaktivitäten und richten sich an unterschiedliche Zielgruppen, einschließlich Schulklassen und Erwachsenengruppen.

Mit der Eröffnung des „Haus der Stadtnatur“ wird ein dauerhafter Ort für Umweltbildung und fachlichen Austausch geschaffen, der sowohl Berlinerinnen und Berlinern als auch Interessierten aus der Umgebung offensteht. Die Stiftung Naturschutz Berlin wird damit ihre Rolle als zentraler Akteur im Bereich Umwelt- und Naturschutz weiter ausbauen und die Bürger aktiv in die Themen Natur und Umwelt einbeziehen.