Heute ist der 12.03.2026. In einer überraschenden Wendung hat der schottische Craftbier-Hersteller Brewdog Insolvenz beim Amtsgericht Berlin angemeldet. Dies betrifft alle deutschen Standorte, einschließlich der Brauerei und Gastronomie im Marienpark. Bereits geschlossene Standorte sind die Bar in Berlin-Friedrichshain, die Bar in der Ackerstraße in Mitte sowie die Brewdog-Filiale in Wiesbaden. Auch der Standort in Hamburg wird bald geschlossen, was das Aus für die gesamte deutsche Präsenz des Unternehmens bedeutet. CEO James Watt informierte die Belegschaft über die Insolvenz, die er als notwendig für eine strategische Neuausrichtung der Marke bezeichnete. Die betroffenen Mitarbeiter werden kein reguläres Gehalt für den Februar erhalten; stattdessen sollen sie Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit beziehen.
Eine vorläufige Insolvenzverwalterin wurde bereits bestellt, und die bestehenden Arbeitsverträge der Beschäftigten bleiben zunächst bestehen. Die genauen Ursachen für die Insolvenz sind noch unklar, und Brewdog hat dazu keine konkreten Informationen veröffentlicht. Laut Wikipedia könnten mögliche Ursachen der Verlust des B-Corporation-Status, grenzwertige Marketing-Ideen oder das diskriminierende Verhalten des CEOs sein. Das Unternehmen plant jedoch, zeitnah über weitere Abläufe zu informieren und Gespräche mit potenziellen Investoren fortzusetzen. Brewdog wurde 2007 von James Watt und Martin Dickie in Fraserburgh, Schottland, gegründet und produziert rund 400.000 Flaschen Bier pro Monat für den Export. Neben der deutschen Tochtergesellschaft gibt es auch Brauereien in Columbus (USA) und Brisbane (Australien).
Die Herausforderungen für Brewdog
Die Insolvenz ist nicht nur ein lokales Problem, sondern spiegelt auch die Herausforderungen wider, die Brewdog in den letzten Jahren weltweit erlebt hat. Der Mutterkonzern verzeichnete im vergangenen Jahr einen Jahresverlust von 37 Millionen Pfund (42 Millionen Euro). Diese Situation wurde durch den Rückgang des Bierkonsums in Europa weiter verschärft. Brewdog hatte in den letzten Jahren international expandiert, einschließlich Eröffnungen in den USA und mehreren europäischen Ländern. Allerdings scheint diese Wachstumsstrategie nicht die erhofften Früchte getragen zu haben.
Die erste Bar in Berlin wurde 2016 eröffnet, und seit 2020 produziert das Unternehmen dort eigenes Craft-Bier. Die Schließung aller deutschen Standorte ist ein herber Rückschlag für die Marke, die sich in den letzten Jahren stark auf die lokale Braukultur konzentriert hat. Mit der Insolvenz wird die Abwicklung in die Hände eines Insolvenzverwalters gelegt, der bereits bestellt wurde.
Ein Blick in die Zukunft
Die nächsten Schritte von Brewdog sind entscheidend. Das Unternehmen hat angekündigt, Gespräche mit potenziellen Investoren fortzusetzen, um eine Neuausrichtung voranzutreiben. Ob und wie diese Gespräche fruchten, bleibt abzuwarten. Die Schließung der deutschen Standorte könnte auch Auswirkungen auf die internationale Wahrnehmung der Marke haben. Brewdog hatte sich durch sein Beteiligungsmodell „Equity for Punks“ (Crowdfunding) einen Namen gemacht und viele Fans gewonnen. Doch die aktuelle Situation könnte das Vertrauen in die Marke nachhaltig beeinflussen.
Die Entscheidung, die Marke Brewdog im März 2026 an den US-Konzern Tilray zu verkaufen, könnte eine neue Ära für das Unternehmen einläuten, aber gleichzeitig auch die Identität und die Werte in Frage stellen, für die Brewdog einst stand. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Brewdog in der Lage ist, aus dieser Krise gestärkt hervorzugehen oder ob die Schließungen und die Insolvenz das Ende einer Ära markieren.
Für weitere Informationen zu diesem Thema und die neuesten Entwicklungen können Sie die vollständigen Artikel auf Berlin Mitte Zeitung und Berliner Zeitung lesen.