Am 18. Februar 2026 ist es endlich so weit: Die interdisziplinäre Ringvorlesungsreihe „Beziehungsweise Familie“ wird im Dezember 2024 eröffnet. Diese spannende Reihe wird sich mit aktuellen Forschungen zu alternativen Familien- und Verwandtschaftskonzepten auseinandersetzen und bietet somit eine Plattform für den Austausch über moderne Familienstrukturen.
Im Januar 2025 startet ein besonderer Schwerpunkt mit dem Thema „Familiengeheimnisse“. Fünf Termine bis April werden sich mit den verborgenen Dimensionen familiärer Beziehungen befassen. Dabei wird untersucht, wie Praktiken des Verschweigens und Offenlegens familiäre Lebensgeschichten und gesellschaftliche Ordnungen beeinflussen können. Diese Geheimnisse sind oft Ausdruck von Schutzbedürfnissen, Scham oder der Angst vor Bloßstellung und sozialen Normen. Es wird deutlich, dass Familiengeheimnisse nicht nur individuelle Lebensgeschichten prägen, sondern auch soziale Strukturen beeinflussen.
Einblicke in die Vortragsreihe
Die Vortragsreihe findet im Rahmen einer Kooperation des Institutionsverbunds im Humboldt Forum statt, wobei Dr. Laura Goldenbaum die programmatische Leitung übernimmt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem kulturellen Phänomen der „Solo Weddings“ in Japan. Diese inszenierten Hochzeitszeremonien für Single-Frauen ohne Partner bieten einen faszinierenden Blick auf die Verbindung zwischen individueller Glückssuche, Konsumkultur und den sich wandelnden Ehe- und Geschlechternormen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, und die Dauer beträgt 120 Minuten. Der Vortrag ist in deutscher Sprache und findet im Humboldt Forum, EG, Saal 3 statt. Beteiligt sind unter anderem Prof. Dr. Anette Schad-Seifert von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die seit 2006 dort lehrt und sich intensiv mit Themen wie Familienpolitik und Geschlechterverhältnissen beschäftigt. Ihre Studien an der Freien Universität Berlin und der Keio-Universität in Tokio, kombiniert mit ihrer Erfahrung als wissenschaftliche Mitarbeiterin und als außerordentliche Professorin an der Ochanomizu-Universität, machen sie zu einer Expertin auf diesem Gebiet. Zudem ist sie Herausgeberin des Buches „Family Life in Japan and Germany“ (Springer Verlag 2019), was ihre umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema Familienleben unterstreicht.
Gesellschaftliche Hintergründe
In der heutigen Gesellschaft stehen wir vor der Herausforderung, geschlechtstypische Rollenvorstellungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu überwinden. Eine systematische Erforschung der Geschlechterverhältnisse erlaubt es, die gesellschaftliche Entwicklung hinsichtlich Gleichstellung besser zu bewerten. Eine Umfrage zur geschlechtlichen Arbeitsteilung zeigt, dass etwa 70 % der Befragten der Meinung sind, beide Geschlechter sollten sich gleichermaßen um Haushalt und Kinder kümmern. Dennoch gibt es nach wie vor tief verwurzelte Ansichten: Rund 40 % der Befragten glauben, dass Frauen die besseren Betreuerinnen für kleine Kinder sind, und ein Viertel ordnet Haushalt und Kinder eher der Frau zu.
Die Vortragsreihe im Humboldt Forum und die Themen, die dort behandelt werden, bieten somit nicht nur Einblicke in individuelle Familiengeschichten, sondern reflektieren auch die gesellschaftlichen Veränderungen und Herausforderungen, die mit der Gleichstellung der Geschlechter und der Neudefinition von Familienstrukturen einhergehen. Für weitere Informationen zur Veranstaltung besuchen Sie bitte die offizielle Seite der Veranstaltung.
Die Verbindung von Forschung, gesellschaftlicher Relevanz und kulturellen Phänomenen macht die Ringvorlesungsreihe zu einem wichtigen Bestandteil der Auseinandersetzung mit Familie und Geschlechterfragen in der modernen Gesellschaft.