Am 18. Oktober 2025 eröffnete die Humboldt-Bibliothek in Berlin-Tegel die Ausstellung „Migration und wir“. Diese wird bis zum 30. September 2023 gezeigt und zielt darauf ab, vielfältige Zugänge zum Thema Migration und deren Verknüpfung mit dem Alltag zu schaffen. Die Ausstellung thematisiert die Zusammenhänge zwischen ökologischen und ökonomischen Veränderungen, globaler Wirtschaft und Handel, Ressourcenverbrauch und Konsum sowie sozialer Gerechtigkeit und Migrationsbewegungen. Besucher sind eingeladen, eigene Bezüge zur Migration zu hinterfragen und sichtbar zu machen, wie Migration unseren Alltag beeinflusst und gestaltet.

Um das Thema weiter zu vertiefen, findet am heutigen Tag ein Workshop mit dem Titel „Lokal – Global. Zugvögeln auf der Spur“ statt. Dieser Workshop, der von 12 bis 15:30 Uhr in derselben Bibliothek stattfindet, fokussiert sich auf die Migrationsbewegungen der Zugvögel und deren Beziehung zur Globalisierung. Hierbei werden auch die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Zugvogelmigration sowie die Resilienz und Anpassungsfähigkeit dieser Vögel an veränderte Bedingungen behandelt. Der Eintritt zu beiden Formaten ist frei, und die Veranstaltung wird in Kooperation von der Stadtbibliothek Reinickendorf mit dem Afrika Medien Zentrum e.V. organisiert.

Globale Trends und Migration

Die Themen Migration und Ungleichheit sind eng miteinander verknüpft und werden auch im Weltsozialbericht 2020 behandelt. Dieser konzentriert sich auf die Herausforderungen der Ungleichheit und die Notwendigkeit nachhaltiger Entwicklungsziele. Zu den vier globalen Megatrends, die im Bericht skizziert werden, gehören technologische Innovationen, der verschärfende Klimawandel, zunehmende Verstädterung und internationale Migration. Diese Trends könnten die bestehenden Ungleichheiten sowohl innerhalb als auch zwischen Ländern verschärfen.

Die UN-DESA fordert gezielte politische Handlungskonzepte, um Ungleichheit wirksam zu bekämpfen und negative Entwicklungen nicht überproportional auf die ärmsten Bevölkerungsgruppen wirken zu lassen. Dabei wird auch betont, dass internationale Migration eine Möglichkeit sein kann, globale Ungleichheiten zu verringern, wenn sie geordnet und sicher verläuft. Migranten sollten vor allem die Chance erhalten, ihre Fähigkeiten produktiv einzusetzen und durch Rückkehrmöglichkeiten in ihre Heimatländer profitieren.

Migration als Chance

Eine interessante Erkenntnis dabei ist, dass politische Bemühungen zur Beschränkung internationaler Migration häufig zum Scheitern verurteilt sind. Vielmehr sollten Bedingungen geschaffen werden, die Migration in Bezug auf bessere Wirtschaftsleistung und die Verringerung von Armut fördern. Gering qualifizierte Arbeitskräfte profitieren besonders von Migration, da sie häufig Jobs übernehmen, die von Einheimischen nicht gewollt sind. Auf der anderen Seite können höher qualifizierte Migranten den Fachkräftemangel in den Zielländern ausgleichen.

Der „Brain Drain“ hat sowohl negative als auch positive Aspekte. Rückkehrer können durch ihre Erfahrungen und finanziellen Mittel zur Entwicklung ihrer Heimatländer beitragen. Zudem kann die Aussicht auf eine Ausbildung im Ausland Anreize für Bildung bieten und zur Stärkung der wirtschaftlichen Situation in den Herkunftsländern führen.

In Anbetracht all dieser Aspekte zielt die Ausstellung „Migration und wir“ in der Humboldt-Bibliothek nicht nur darauf ab, Informationen bereitzustellen, sondern auch einen Raum für Diskussionen zu schaffen. Der Zusammenhang zwischen migration und globalen Herausforderungen wird somit nicht nur thematisiert, sondern auch anhand praxisnaher Formate wie Workshops erlebbar gemacht.

Weitere Informationen zur Ausstellung und den Workshops sind auf der Webseite der Stadtbibliothek Reinickendorf zu finden.