Melli Beese: Ein Vortrag im Museum Treptow zum 100. Todestag!
Erfahren Sie mehr über den Vortrag zu Melli Beese am 30. Januar 2026 im Museum Treptow, anlässlich ihres 100. Todestags.

Melli Beese: Ein Vortrag im Museum Treptow zum 100. Todestag!
Am Freitag, dem 30. Januar 2026, wird im Museum Treptow ein Vortrag zu Ehren der Pionierin der Luftfahrt Melli Beese stattfinden. Anlässlich des 100. Todestages der ersten Frau in Deutschland, die den Privatpilotenschein erwarb, wird die ehemalige Leiterin des Bezirksmuseums, Barbara Zibler, über das außergewöhnliche Leben und Wirken Beeses berichten. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Vortrag beginnt um 18:00 Uhr im historischen Rathaus Johannisthal, Sterndamm 102, 12487 Berlin.
Das Museum Treptow wird ab dem gleichen Tag auch eine Ausstellung kreativer Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der Melli-Beese-Schule präsentieren. Diese Veranstaltung und die Ausstellung sind Teil der Bemühungen, das Vermächtnis von Melli Beese lebendig zu halten und mehr über ihren Einfluss auf die Luftfahrtgeschichte zu erfahren.
Das Leben von Melli Beese
Melli Beese, geboren am 13. September 1886 in Laubegast bei Dresden, stellte in einer von Männern dominierten Gesellschaft ihre außergewöhnlichen Ambitionen unter Beweis. Sie war die erste Frau, die in Deutschland eine Flugzeugführerlizenz erwarb, die sie am 13. September 1911, ihrem 25. Geburtstag, erhielt. Ihre Reise zur Pilotin begann, als sie von einer Flugschule abgewiesen wurde und sich letztendlich an den Fluglehrer Robert Thelen wandte, der sie unterrichtete. Trotz ihrer beharrlichen Leidenschaft für das Fliegen sah sie sich während ihrer Ausbildung zahlreichen Herausforderungen gegenüber, darunter höhere Ausbildungskosten für Frauen und sogar einen schweren Unfall, der ihre Karriere vorübergehend stoppte.
Beese war nicht nur Pilotin, sondern auch Ingenieurin. Sie gründete 1912 die „Flugschule Melli Beese GmbH“ und war an der Entwicklung des „Melli Beese Taube“ Flugzeugs beteiligt. Während des Ersten Weltkriegs wurde sie aufgrund ihrer französischen Staatsbürgerschaft als „feindliche Ausländerin“ interniert. Nach dem Krieg hatte sie mit persönlichen und finanziellen Krisen zu kämpfen und erlebte psychische Belastungen, die schließlich zu ihrem tragischen Suizid am 21. Dezember 1925 führten.
Ihr Andenken
Melli Beese ist nicht nur für ihre Pionierarbeit in der Luftfahrt bekannt, sondern auch für die Tatsache, dass zahlreiche Schulen und Straßen in Deutschland und Frankreich nach ihr benannt sind, um ihr Erbe zu würdigen. Ihre Grabstätte ist seit 1975 als Ehrengrab des Landes Berlin ausgezeichnet. Im Jahr 2024 wird zusätzlich ein Dokudrama über ihr Leben ausgestrahlt, was das öffentliche Interesse an ihrer bemerkenswerten Geschichte weiter ankurbeln könnte.
Die Veranstaltungen rund um den 100. Todestag von Melli Beese sind ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur, die die Errungenschaften von Frauen in der Geschichte beleuchtet. Museum Treptow bietet mit seinem Vortrag und der Ausstellung eine wertvolle Gelegenheit, mehr über eine Frau zu erfahren, die in einer Zeit, in der Frauen kaum Möglichkeiten im Berufsleben hatten, ihren Platz in der Geschichte erkämpfte.