Ab dem 4. März 2026 wird die Mark-Twain-Bibliothek in Marzahn-Hellersdorf zum Schauplatz einer bemerkenswerten Fotoausstellung mit dem Titel „Wir sind viele. Geschichten in Bildern über das Allein_erziehen“. Diese Ausstellung, die bis zum 30. April 2026 zu sehen sein wird, ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Verein SHIA e. V. und der Berliner Fotografin Julia Vogel. Die Eröffnung findet am 4. März um 16:30 Uhr statt und der Eintritt ist frei. Kinder sind herzlich willkommen.

In Berlin ist fast jede dritte Familie eine Einelternfamilie, und genau diese Thematik wird in der Ausstellung beleuchtet. Zehn Familien haben sich über einen Zeitraum von sechs Monaten in Arbeitsgruppen intensiv mit ihrem Leben auseinandergesetzt. Julia Vogel hat sie während des gesamten Projekts begleitet und authentische Fotos erstellt, die echte Momente, den Alltag und die Beziehungen dieser Familien ohne die üblichen Vorurteile festhalten. Damit wird eine Darstellung angestrebt, die Alleinerziehende nicht als bemitleidenswerte oder überforderte Gruppe zeigt, sondern als selbstbestimmte und vielfältige Menschen.

Einblicke in den Alltag

Die Fotografien von Julia Vogel fangen persönliche Geschichten und mutige Momente der alleinerziehenden Eltern und ihrer Kinder ein. Zur Eröffnung der Ausstellung werden die porträtierten Eltern ihre eigenen Texte vorlesen, die sie in Schreibwerkstätten verfasst haben. Diese Texte sind eng an die Bilder gebunden und bieten den Familien eine eigene Stimme. Bei Snacks und Getränken gibt es zudem genügend Raum für Gespräche mit der Fotografin und Vertretern von SHIA Berlin e. V. Eine besondere Betreuung für Kinder wird ebenfalls angeboten, damit alle Interessierten teilnehmen können.

Die Ausstellung läuft während der Öffnungszeiten der Bezirkszentralbibliothek Mark Twain und trägt dazu bei, das Verständnis für die Lebensrealitäten von Alleinerziehenden zu fördern. In Deutschland werden in jeder fünften Familie Kinder von ihren Eltern allein oder getrennt erzogen, was etwa 2,5 Millionen minderjährige Kinder und 1,7 Millionen alleinlebende Elternteile umfasst. Diese Zahlen verdeutlichen, dass es sich hierbei um ein relevantes gesellschaftliches Thema handelt, das viele Menschen betrifft.

Herausforderungen für Alleinerziehende

Die Lebenslage von Alleinerziehenden gestaltet sich oft herausfordernd. Nur 18 Prozent der Väter in allein- oder getrennterziehenden Familien nehmen aktiv an der Betreuung ihrer Kinder teil, während viele Kinder keinen Kontakt mehr zum anderen Elternteil haben. Beratungsangebote durch Jugendämter und freie Träger können hier helfen, Konflikte zu lösen und stabile Beziehungen zu fördern. Darüber hinaus gibt es verschiedene finanzielle Unterstützungen, wie das Kindergeld und den steuerlichen Entlastungsbetrag, die die Lebensqualität von Alleinerziehenden verbessern können.

Die Fotoausstellung „Wir sind viele“ öffnet nicht nur einen visuellen Raum für die Geschichten dieser Familien, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der Gesellschaft für die Herausforderungen, mit denen Alleinerziehende konfrontiert sind. Der Zehnte Familienbericht der Bundesregierung thematisiert diese Aspekte und stellt fest, dass Alleinerziehende und ihre Kinder häufig von Armut betroffen sind und schlechtere Gesundheits- und Wohlbefindenswerte aufweisen.

Die Ausstellung in der Mark-Twain-Bibliothek ist somit nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine gesellschaftspolitische Initiative, die darauf abzielt, das Bewusstsein für die Lebensrealitäten von Alleinerziehenden zu schärfen und ihnen eine Plattform zu bieten. Weitere Informationen zur Ausstellung sind auf den Webseiten des Vereins SHIA e. V. und der Mark-Twain-Bibliothek zu finden: Quelle 1 und Quelle 2.

Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher, die bereit sind, in die Geschichten und Erfahrungen der Alleinerziehenden einzutauchen und so ein Stück mehr Verständnis und Empathie für diese wertvolle Lebensrealität zu entwickeln.