Heute ist der 18.04.2026 und der Berliner Senat hat am 14. April 2026 den „Sozialbericht Berlin 2025 in Zahlen“ veröffentlicht. Mit seinen 152 Seiten bietet der Bericht eine umfassende Analyse von acht sozialen Dimensionen, die für die Stadt von großer Bedeutung sind: Armut, Beschäftigung, Bildung, Wohnen, Reichtum, materielle Entbehrung, Mindestsicherung und Altersarmut. Die meisten Daten in diesem Bericht stammen aus dem Jahr 2023 und zeichnen ein eindrucksvolles Bild von den sozialen Herausforderungen, mit denen Berlin konfrontiert ist.

Die Armutsgefährdungsquote in Berlin liegt 2023 bei knapp 20%, ein Anstieg von 15% im Jahr 2015. Besonders alarmierend ist die Situation in Marzahn-Hellersdorf, einem Bezirk, der hohe Armutsgefährdungsanteile aufweist. Obwohl genaue Werte für den Bezirk nicht angegeben werden, ist bekannt, dass die Armutsgefährdung für Personen mit einem Nettoäquivalenzeinkommen unter 60% des Berliner Medianeinkommens gilt. Das bedeutet für Einpersonenhaushalte ein Einkommen unter 1.240 Euro netto, für Alleinerziehende mit einem Kind unter 1.691 Euro und für Paarhaushalte mit zwei Kindern unter 2.248 Euro.

Besonders betroffene Gruppen

Besonders betroffen von der Armutsgefährdung sind Minderjährige, die zu etwa 25% betroffen sind, sowie junge Erwachsene mit rund 33%. Auch Personen mit Einwanderungsgeschichte haben eine hohe Armutsgefährdungsquote von 31-33%. Materielle Entbehrung betrifft bereits 5,7% der Berliner Bevölkerung, eine Zahl, die im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen ist. Die Mindestsicherungsquote in Berlin liegt bei etwa 15%, was bedeutet, dass fast jede siebte Person staatliche Leistungen bezieht. In Marzahn-Hellersdorf gibt es hohe Mindestsicherungsquoten, insbesondere in Gut Hellersdorf und an der Hellersdorfer Promenade.

Ein weiteres gravierendes Problem ist die Altersarmutsquote, die in Berlin bei ca. 7% liegt – fast doppelt so hoch wie der bundesweite Durchschnitt von 3-4%. In der Stadt gibt es etwa 128.624 Kinder unter 15 Jahren, die in Bedarfsgemeinschaften leben, was ca. 25% aller Kinder in Berlin entspricht. Marzahn-Hellersdorf zeigt dabei sowohl niedrige als auch hohe Kinderarmutsquoten in verschiedenen Planungsräumen.

Wirtschaftliche und soziale Bedingungen

Das Brutto-Medianeinkommen in Berlin beträgt 3.955 Euro, während Marzahn-Hellersdorf mit unter 3.440 Euro im Vergleich zurückbleibt. Der Niedriglohnanteil ist in Marzahn-Hellersdorf über 25% in einigen Planungsräumen, während er berlinweit bei 14,8% liegt. Trotz einer hohen Erwerbsquote von mindestens 60% sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gibt es weiterhin Herausforderungen. Rund 25% der Bevölkerung haben keinen Schulabschluss oder lediglich einen Hauptschulabschluss, während der Anteil der Hochschulabsolventen zwischen 17-20% schwankt.

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Die Mietbelastungsquote in Marzahn-Hellersdorf ist zwar die niedrigste in Berlin, doch dies steht im Kontrast zu hohen Wohngeldbedarfen und einer Wohnungslosigkeit von 1,2%, was den dritthöchsten Wert in Berlin darstellt. Die Einkommensreichtumsquote liegt in Marzahn-Hellersdorf bei 4-5%, was weit unter dem Berliner Schnitt von ca. 9% liegt. Zudem gibt es keine spezifischen Negativbefunde zur Gesundheit in Marzahn-Hellersdorf; die allgemeine Lebenserwartung in Berlin schwankt zwischen 77,6 und 84,8 Jahren.

Fazit und Ausblick

Der Sozialbericht 2025 zeigt deutlich, dass Marzahn-Hellersdorf vor strukturellen sozialen Herausforderungen steht, die trotz niedriger Mietbelastung und hoher Beschäftigungsquote nicht ignoriert werden können. Es bedarf gezielter Maßnahmen, um die Lebensbedingungen in diesem Bezirk zu verbessern und der hohen Armutsgefährdung entgegenzuwirken. Die Erkenntnisse aus dem Bericht können als Grundlage für politische Entscheidungen und soziale Initiativen dienen, um die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in Marzahn-Hellersdorf nachhaltig zu erhöhen.