In Marzahn-Hellersdorf steht ein neues Bauvorhaben in den Startlöchern, das sowohl für Studierende als auch für die lokale Gemeinschaft von Bedeutung sein könnte. An der Märkischen Allee 160a ist der Bau eines 16-stöckigen Hochhauses mit 574 Studentenwohnungen geplant. Dieses Gebäude soll eine maximale Höhe von 53,6 Metern erreichen, was inklusive technischer Aufbauten auf 55,8 Meter ansteigt. Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf hat bereits bestätigt, dass das Hochhaus gemäß der Berliner Bauordnung genehmigungsfähig ist. Allerdings findet das Berliner Hochhausleitbild keine Anwendung, da die Umgebungshöhen nicht um mehr als 50% überschritten werden.

Das geplante Hochhaus wird nicht nur Wohnraum bieten, sondern auch eine Vielzahl von Einrichtungen umfassen. Geplant sind ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit Apotheke, ein Kiezcafé, ein Fitness- und Gesundheitsbereich sowie ein Spätkauf und ein Imbiss. Trotz des großen Wohnangebots sind keine sozial geförderten Wohnungen vorgesehen. Der Bauantrag wurde am 19. Dezember 2025 eingereicht, das Verfahren ist jedoch noch nicht abgeschlossen und erfordert weitere Änderungen und Abstimmungen.

Widerstand der Anwohner

Gleichzeitig gibt es in der Nachbarschaft Widerstand gegen den Bau. Eine Anwohnerinitiative hat über 1000 Unterschriften gesammelt und einen Einwohnerantrag in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht. Die Bürger befürchten erhebliche Verschattungen durch die Höhe des geplanten Neubaus. Ihr Ziel ist es, eine Anpassung der Gebäudehöhe an die bestehende Infrastruktur zu erreichen. Der Einwohnerantrag fordert die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet, begrenzt durch die Pekrunstraße, Allee der Kosmonauten, Poelchaustraße und Amanlisweg. Die Fraktionen der Linken und Grünen unterstützen diesen Antrag, während ein ähnlicher Antrag im Vorjahr von SPD und CDU abgelehnt wurde.

Der Streit um die Hochhausplanung in Marzahn verdeutlicht die Herausforderungen der Stadtentwicklung in Berlin. Während der Bedarf an Wohnraum wächst, fordern Anwohner eine rücksichtsvolle Stadtentwicklung und transparente Planung. Die TCC Baumanagement GmbH plant zudem ein Hochhaus mit neun Stockwerken und 108 Wohnungen an der Allee der Kosmonauten 155, was die Diskussion um die Höhe und Dichte von Neubauten weiter anheizt.

Parkplätze und Infrastruktur

Das neue Hochhausprojekt sieht die Schaffung von 17 Kfz-Stellplätzen und 20 öffentlichen Parkplätzen vor, sowie 613 Fahrradstellplätzen, von denen 29 für Sonderfahrräder vorgesehen sind. Der geschätzte Folgebedarf umfasst 17 Kita- und 18 Grundschulplätze, wobei die aktuelle Versorgungslage in Marzahn-Süd als ausreichend angesehen wird. Es sind jedoch keine Verpflichtungen zur Beteiligung an Kita- oder Schulplätzen vorgesehen, was bei den Anwohnern ebenfalls Bedenken aufwirft.

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Die interaktive Karte, die aktuelle Bebauungspläne im Bezirk Marzahn-Hellersdorf zeigt, kann von Interessierten genutzt werden, um sich über den Baustatus und das Datum der Festsetzung zu informieren. Diese Informationen sind auf der Website der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen verfügbar und ermöglichen einen tieferen Einblick in die Stadtentwicklung der Region. Zudem informierte der Quartiersrat Boulevard Kastanienallee im Juni 2024 über einen geplanten Schulneubau ab 2026 auf einer Grünfläche zwischen Auerbacher.

Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in Marzahn-Hellersdorf können die Quellen hier und hier besucht werden. Auch die interaktive Karte der Senatsverwaltung bietet wertvolle Einblicke in die laufenden Projekte im Bezirk.