Heute ist der 4.03.2026 und in Berlin steht eine bedeutende Übung der Bundeswehr an. Ab Mittwoch wird die Übung „Medic Quadriga“ durchgeführt, die darauf abzielt, die Aufnahme verwundeter Soldat:innen im Falle eines Krieges im Baltikum zu simulieren. Hierbei werden rund 200 Soldat:innen als „Verletztendarsteller“ von Litauen zum Flughafen BER geflogen, wo sie in umliegende Kliniken verteilt werden. Das Hauptziel dieser Übung ist die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Militär, Krankenhäusern und Rettungsdiensten im Rahmen eines Artikel-5-Szenarios, sprich eines NATO-Bündnisfalls. Es ist die größte Übung ihrer Art seit Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine (Tagesspiegel).
Die Verletztendarsteller:innen proben bereits vor ihrem Flug nach Berlin lebensrettende Maßnahmen und Not-OPs in Litauen. Ein A330 MRTT Flugzeug wird für den Transport der Verwundeten eingesetzt. In Berlin nehmen unter anderem die Charité und andere Kliniken in Berlin und Brandenburg an der Übung teil, während die Bundeswehr am Flughafen BER einen zivil-militärischen Stützpunkt errichtet, um die verletzten Soldat:innen für die Verlegung in zivile Krankenhäuser vorzubereiten. Die Notfallplattform Ivena wird genutzt, um Informationen über die Verletzten und Krankenhauskapazitäten auszutauschen.
Organisation und Teilnahme
Insgesamt werden etwa 1000 Soldat:innen sowie 250 zivile Helfer:innen an der Übung beteiligt sein. Die Feuerwehr stellt zwölf Krankenwagen zur Verfügung, während das Deutsche Rote Kreuz mit täglich 100 Kräften, die Malteser mit zwei Transportgruppen und die Johanniter mit fünf Wagen unterstützen. Die DRF Luftrettung ist ebenfalls mit zwei Hubschraubern vom Typ H145 aktiv, die für den Transport von Intensivpatient:innen konfiguriert sind. Es ist wichtig zu betonen, dass die Übung keine Auswirkungen auf den regulären Rettungsdienst haben wird, da überwiegend ehrenamtliche Kräfte teilnehmen und spezielle Materialien verwendet werden (Berliner Kurier).
Die teilnehmenden Kliniken erwarten keine längeren Wartezeiten in den Notaufnahmen. Zudem bereiten sich die Johanniter konkret auf einen möglichen Krieg auf Nato-Gebiet vor und planen, eine Partnerschaft mit dem Sanitätsdienst der Bundeswehr zu unterzeichnen. Die Senatsverwaltung für Pflege und Gesundheit hat einen Rahmenplan zur zivilen Verteidigung der Berliner Krankenhäuser erstellt, der aus Sicherheitsgründen unter Verschluss bleibt.
Zusammenarbeit im Gesundheitswesen
Die Übung „Medic Quadriga“ ist nicht nur ein Testlauf für die militärische Einsatzbereitschaft, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und zivilen Akteuren im Gesundheitswesen. Im Rahmen der NATO-Routine soll die Funktionsfähigkeit der medizinischen Rettungskette getestet werden. Erkenntnisse aus dieser Übung sollen dazu beitragen, die Schnittstellen zwischen der Bundeswehr und zivilen Einrichtungen zu optimieren und die Einsatzbereitschaft des deutschen Heeres zu erhöhen (ND Aktuell).
Die Übung wird im März 2026 in Berlin und Brandenburg durchgeführt und gilt als die größte und komplexeste Sanitätsübung seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Dabei wird die komplette Rettungskette vom Verwundetentransport im Einsatzgebiet bis zur Weiterverteilung in deutsche Kliniken simuliert. Die Übung soll ohne spürbare Einschränkungen für die Öffentlichkeit stattfinden, sodass die normalen Lebensabläufe in Berlin und Brandenburg ungestört bleiben.

