Am Freitag, dem 6. Februar 2026, ereigneten sich in Marzahn-Hellersdorf gleich zwei beunruhigende Vorfälle, die die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zogen. Der erste Vorfall fand in der Schwimmhalle des Freizeitforums Marzahn (FFM) statt. Gegen 13:00 Uhr sorgte ein 31-jähriger Mann für Aufregung, als er über die Empore des Schwimmbeckens Zugang zur Halle erlangte. Mit einem Rollwagen zertrümmerte er ein verglastes Geländer, sprang in die Halle und schleuderte Gitterroste der Lüftungsabdeckung gegen die Fensterfront. Glücklicherweise befanden sich mehrere Badegäste im Schwimmbereich, die durch das umsichtig und entschlossen handelnde Personal schnell in Sicherheit gebracht wurden. Die Badegäste suchten Schutz im angrenzenden Foyer und der Bibliothek, während die Polizei den Täter später in Friedrichshain festnahm. Es gab keine Verletzten, und die Schwimmhalle konnte bereits am Sonntag nach dem Vorfall wiedereröffnet werden. Bezirksstadtrat Gordon Lemm äußerte seinen Schock über die gewaltsamen Vorfälle und dankte sowohl den Badegästen als auch dem Personal für ihr schnelles Handeln sowie dem Team für die zügige Wiedereröffnung der Einrichtung. Weitere Details zu diesem Vorfall sind in der offiziellen Pressemitteilung zu finden hier.

Während die Ereignisse in der Schwimmhalle für Aufregung sorgten, ereignete sich am gleichen Tag ein noch tragischerer Vorfall in der Lea-Grundig-Straße in Berlin-Marzahn. Hier wurden ein 88-jähriger Mann und seine 84-jährige Frau durch eine Gewalttat lebensgefährlich verletzt. Der Mann verstarb kurz nach der Tat, trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen. Die Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht, ist jedoch nicht vernehmungsfähig. Die Polizei nahm den 24-jährigen Enkel des Paares als Verdächtigen fest, der beschuldigt wird, die schweren Verletzungen in der Wohnung des Paares verursacht zu haben. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen, und die Leiche des Mannes soll am selben Tag obduziert werden. Der Verdächtige wird voraussichtlich am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt. Weitere Informationen zu diesem Vorfall können Sie hier nachlesen.

Kriminalitätsentwicklung in Deutschland

Diese Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die aktuelle Kriminalitätslage in Deutschland. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2024 sank die Kriminalität im vergangenen Jahr erstmals leicht um 1,7 % auf 5.837.445 registrierte Straftaten im Vergleich zu 2023. Hauptgrund für den Rückgang ist die Cannabis-Teillegalisierung, die zu einem signifikanten Rückgang der Cannabis-Straftaten führte. Allerdings stieg die Gewaltkriminalität um 1,5 % auf 217.277 Fälle, was den höchsten Stand seit 2007 darstellt. Diese Zahlen zeigen, dass trotz gesamtwirtschaftlicher Fortschritte in der Kriminalitätsbekämpfung, die Gewaltkriminalität weiterhin ein ernstes Problem darstellt.

Besonders besorgniserregend ist der Anstieg bei tatverdächtigen Kindern und Jugendlichen sowie die Zunahme von Fällen mit nichtdeutschen Tatverdächtigen. Die PKS erfasste auch erstmals Daten zu Messerangriffen, die sich auf insgesamt 29.014 Fälle belaufen, von denen 54,3 % der Gewaltkriminalität zugeordnet werden. Diese Entwicklungen verdeutlichen die Komplexität der Kriminalitätslage und die Herausforderungen, vor denen die Sicherheitsbehörden stehen. Mehr Informationen zu den aktuellen Zahlen und Entwicklungen finden Sie hier.