Am 1. April 2026 wird eine neue Praxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin im Ärztehaus des Unfallkrankenhauses Berlin (UKB) eröffnet. Diese Einrichtung markiert die fünfte Praxis im KV-Praxis-Netzwerk und stellt den zweiten Standort im Bezirk Marzahn-Hellersdorf dar. Die Entscheidung zur Eröffnung dieser Praxis resultiert aus der Notwendigkeit, die medizinische Versorgung in der Region zu verbessern, da in der Umgebung mehrere Praxen aufgrund altersbedingter Renteneintritte aufgegeben wurden. Die bestehende KV-Praxis am Kienberg hat bereits gezeigt, dass die Nachfrage hoch ist, was zur Gründung eines weiteren Standorts führte.
Die neue Praxis wird anfangs von zwei hausärztlichen Internistinnen und einem Hausarzt in Teilzeit betrieben. Perspektivisch ist die Verstärkung des Teams durch eine vierte Ärztin oder einen vierten Arzt geplant. Dr. Burkhard Ruppert, der Vorstandsvorsitzende der KV Berlin, hebt die Verantwortung der KV hervor, die medizinische Versorgung in der Region sicherzustellen. Sein Kollege, Günter Scherer, betont die Bedeutung dieser Praxis für den ärztlichen Nachwuchs, da KV-Praxen jungen Medizinern ein teamorientiertes und modernes Arbeitsumfeld bieten sollen. Interessierte können bereits jetzt Termine telefonisch über die bestehenden KV-Praxen vereinbaren, und die Website der neuen Einrichtung ist online unter kvpraxis-berlin.de verfügbar.
Hintergrund und Notwendigkeit der Eröffnung
Die Eröffnung dieser neuen KV-Praxis ist von großer Bedeutung, da Marzahn-Hellersdorf zu den Bezirken mit der geringsten ärztlichen Versorgung in Berlin zählt. Ein Mangel an Hausärztinnen und Hausärzten führt häufig zu langen Wartezeiten und erschwert die medizinische Betreuung der Bevölkerung. Das Bezirksamt hat zwar keinen direkten Einfluss auf die Niederlassung von Ärzten, setzt jedoch auf Initiativen wie die „Praxisraumbörse“, um Praxisgründern zu helfen. Gordon Lemm, der Bezirksstadtrat für Gesundheit, steht seit 2023 im Austausch mit der KV, um die Ansiedlung zusätzlicher Praxen zu fördern.
Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen wird auch durch die Tatsache untermauert, dass viele junge Ärzte hohe Investitionen für die Übernahme einer eigenen Praxis scheuen. Die neue Praxis in der Poliklinik am Unfallkrankenhaus Berlin soll diese Lücke schließen und wird sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientieren. In den letzten Jahren gab es über 30.000 Arzt-Patienten-Kontakte in den bestehenden Einrichtungen, was den Bedarf und die Akzeptanz des Angebots belegt.
Innovationen im KV-Praxis-Netzwerk
Die KV-Praxen in Berlin bauen kontinuierlich ihre Leistungen aus, einschließlich der Einführung von Videosprechstunden und der Ausbildung von Nicht-ärztlichen Praxisassistentinnen (NäPa). Seit 2025 wird zudem auch die Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten angeboten. Dr. Christiane Wessel, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende, hebt hervor, dass die Verbindung von Versorgungssicherung und Innovation in den KV-Praxen von zentraler Bedeutung ist. Dies zeigt sich nicht nur in der Einführung neuer Dienstleistungen, sondern auch in der Schaffung eines attraktiven Arbeitsumfelds für die nächste Generation von Medizinerinnen und Medizinern.
Für weitere Informationen zur neuen Praxis am UKB können Interessierte die Website kvpraxis-berlin.de besuchen. Diese neue Einrichtung wird nicht nur zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Marzahn-Hellersdorf beitragen, sondern auch als Beispiel für die notwendige Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in städtischen Gebieten dienen.




