Heute ist der 18.02.2026 und in Lichtenberg gibt es spannende Neuigkeiten für die Dorfgemeinschaft. Nach dem endgültigen Schließen des letzten Tante-Emma-Ladens vor einigen Jahren, steht die Region vor einer Wende. Über 700 engagierte Bürgerinnen und Bürger haben sich als Teilhaber der Bremer Kette „Tante Enso“ beteiligt. Dieses innovative Konzept zielt darauf ab, die Einkaufsmöglichkeiten in ländlichen Gebieten zu verbessern, wo viele Menschen oft keine fußläufigen Geschäfte mehr finden können. Dank der Unterstützung von Timo Neuber und lokaler Firmen, die ihre Mitarbeiter über das Projekt informierten, konnte die erforderliche Zahl von mindestens 600 Teilhabern schnell überschritten werden. Am Stichtag waren es sogar 724 Teilhaber.

„Tante Enso“ plant nun die Eröffnung eines Mini-Supermarkts in Lichtenberg, der nicht nur regionale Produkte, sondern auch günstige Eigenmarken anbieten wird. Dabei wird die Auswahl zwar kleiner sein als in einem herkömmlichen Supermarkt, jedoch soll der Markt rund um die Uhr geöffnet sein. Interessierte Volljährige können online eine Schlüsselkarte beantragen, die einen Einkauf außerhalb der regulären Öffnungszeiten ermöglicht. An bestimmten Tagen wird zudem Personal vor Ort sein, um auch ohne Karte Zugang zu gewähren. Der geplante Standort am Brocke-Areal muss jedoch zunächst saniert und umgebaut werden, bevor der Supermarkt seine Türen öffnet.

Das Konzept hinter „Tante Enso“

Das Konzept der Genossenschaftsläden wurde von Norbert Hegmann entwickelt, um die Einkaufsmöglichkeiten in ländlichen Regionen zu verbessern. In vielen Gegenden haben Märkte aufgrund mangelnder Rentabilität schließen müssen. Zwei Drittel der Landbevölkerung kann nicht fußläufig einkaufen, was die Notwendigkeit solcher Projekte unterstreicht. „Tante Enso“-Läden zeichnen sich durch geringe Personalkosten aus, da Personal nur 3-5 Stunden pro Tag vor Ort ist. Kunden können außerhalb dieser Zeiten mit einer speziellen Karte einkaufen, was auch einen nächtlichen Einkauf oder am Sonntag ermöglicht.

Das Ladenschlussgesetz stellt jedoch eine Herausforderung für die „Tante Enso“-Läden dar. In Sachsen-Anhalt dürfen sonntags nur Genossenschaftsmitglieder einkaufen, was für viele ein Hindernis darstellen könnte. Besonders in Großlehna ist der Sonntag einer der umsatzstärksten Tage für den Laden, weshalb Wirtschaftsminister Sven Schulze plant, das Ladenschlussgesetz im Landtag zu verhandeln, um die Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern.

Gemeinschaftsgeist und Sicherheit

Die Dorfgemeinschaft hat ein großes Interesse daran, dass der Laden erfolgreich ist und keine Probleme auftreten. Sicherheitsaspekte sind ebenfalls wichtig: In Großlehna überwachen 25 Kameras die Sicherheit des Marktes, was die Wahrscheinlichkeit von Diebstählen verringert. Dennoch gibt es Herausforderungen, wie beispielsweise die leeren Regale am Montagmorgen, da sonntags keine Waren nachgefüllt werden können.

Das Vorhaben in Lichtenberg steht somit nicht nur für eine Wiederbelebung des lokalen Einzelhandels, sondern auch für ein neues Gemeinschaftsgefühl. Der Mini-Supermarkt könnte ein Modell für andere ländliche Gebiete sein, die ähnliche Herausforderungen meistern müssen. Die Idee, dass Bürger gemeinsam Verantwortung übernehmen und aktiv an der Gestaltung ihres Lebensumfelds mitwirken, könnte der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft für viele ländliche Regionen in Deutschland sein. Für weitere Informationen über die Hintergründe des Projekts, besuchen Sie die WDR-Website und die MDR-Website.