In Lichtenberg steht eine Umnutzung eines historischen Gebäudes an, die für die lokale Gemeinschaft von großer Bedeutung ist. Die einstige Zwei-Sterne Hotel-Pension Victoria in der Kaskelstraße 50 wird nicht länger als Pension betrieben. Der genaue Zeitpunkt und die Gründe für die Einstellung des Pensionsbetriebs sind nicht bekannt. Doch es gibt bereits Pläne für die Zukunft: Das Gebäude soll künftig als soziale Einrichtung zur Unterbringung von Bedürftigen, Wohnungslosen und Geflüchteten genutzt werden. Dies ist ein wichtiger Schritt, um den akuten Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten in der Region zu decken.
Im Mai 2025 wurde ein Antrag auf Nutzungsänderung gestellt, der im Dezember 2025 genehmigt wurde. Mit dieser Genehmigung darf das Gebäude nun als Beherbergungsbetrieb mit sozialer Zweckbestimmung genutzt werden. Der bauliche Umbau hat ebenfalls im Dezember 2025 begonnen. Der Senat von Berlin hat betont, dass das Gebäude nicht strategisch als Unterkunft für Geflüchtete ausgewählt wurde, was die Diskussion um die Integration und Unterbringung von Geflüchteten in der Stadt unterstreicht.
Soziale Einrichtungen und Wohnungsbau
Diese Umnutzung erfolgt im Rahmen des geltenden Planungsrechts und auf Initiative des Antragstellers. Zulässige Nutzungen im Gebiet umfassen Wohngebäude, soziale Einrichtungen, Läden zur Gebietsversorgung sowie Anlagen für gesundheitliche oder kirchliche Zwecke. Es ist bemerkenswert, dass bislang keine Maßnahmen zur Förderung einer Zwischennutzung oder zur Vermeidung von Leerstand ergriffen wurden. Die genehmigte Umnutzung wird jedoch einen längerfristigen Leerstand ausschließen und somit die Funktion des Gebäudes im Quartier klar definieren.
Der soziale Wohnungsbau in Deutschland hat eine lange Tradition, die nach dem Zweiten Weltkrieg begann, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Diese Entwicklung ist besonders relevant im Kontext der aktuellen Umnutzung des Hotel Victoria. Die Renaissance des sozialen Wohnungsbaus ab 2015 zeigt, dass der Mangel an bezahlbarem Wohnraum und die Flüchtlingskrise enormen Handlungsbedarf erzeugt haben. Mit neuen Fördermitteln und dem Artikel 104d, der dem Bund erlaubt, den Ländern Finanzhilfen für soziale Wohnraumförderung zur Verfügung zu stellen, wird an der Schaffung von mehr sozialem Wohnraum gearbeitet (Quelle).
Integration von Geflüchteten
Die Umnutzung des ehemaligen Hotels Victoria ist nicht nur ein Schritt zur Beseitigung von Leerstand, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle für die Integration von Geflüchteten. Die Wohnsituation ist essenziell für die Integration, da häufige Unterbringungsformen wie Sammelunterkünfte oder Lager selbstbestimmtes Wohnen erschweren. Innovative Projekte für alternative Wohnformen kombinieren gemeinschaftliches Wohnen mit kulturellen Angeboten. Beispiele wie das mosaique in Lüneburg oder das Hoffnungshaus in Schwäbisch Gmünd zeigen, wie kreative Lösungen aussehen können (Quelle).
Es ist zu hoffen, dass die neue soziale Nutzung des Hotel Victoria nicht nur den bedürftigen Menschen in Lichtenberg eine Perspektive bietet, sondern auch als Modell für zukünftige Projekte dient, die die Herausforderungen des Wohnraummangels und der Integration von Geflüchteten aufgreifen. Die Umnutzung steht somit im Kontext einer fortwährenden Diskussion über soziale Gerechtigkeit und die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber den Schwächeren.