In der Nacht vom Mittwoch, den 10. Februar 2026, ereignete sich ein tragischer Brand in einem Hochhaus in Berlin-Friedrichsfelde, der das Leben eines neun Monate alten Säuglings forderte. Der Brand brach in einer Wohnung im dritten Stock des 21-geschossigen Gebäudes in der Dolgenseestraße aus. Die Feuerwehr wurde um kurz vor 20 Uhr alarmiert, nachdem ein Portier einen Brandmelder hörte und Rauch sah. Bei ihrem Eintreffen stellte die Feuerwehr fest, dass die Wohnung bereits vollständig in Flammen stand und die Flammen aus den Fenstern schlugen.
Die Einsatzkräfte fanden eine 26-jährige Mutter und ihre beiden Kinder bewusstlos im Hausflur. Trotz intensiver Reanimationsmaßnahmen verstarb der Säugling. Die Mutter und ihr fünfjähriger Sohn wurden mit lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Insgesamt waren rund 170 Feuerwehrleute im Einsatz, darunter auch eine Einheit für den Massenanfall an Verletzten. Ein 75-jähriger Mieter, in dessen Wohnung das Feuer ausbrach, wurde ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert. Drei weitere Personen wurden wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung behandelt.
Evakuierung und Unterstützung für Betroffene
Rund 60 Bewohner konnten sich selbst in Sicherheit bringen oder wurden von den Einsatzkräften evakuiert. Insgesamt wurden 20 Wohneinheiten unbewohnbar, was etwa 40 Menschen ohne Zuhause zurückließ. Der Bezirk organisiert alternative Unterkünfte; einige Betroffene wurden in nahegelegene Hotels und Turnhallen untergebracht. Die Howoge, die Vermieterin, übernimmt die Kosten für diese Unterbringung. Zudem wurde ein Spendenaufruf des Fördervereins der Schmetterlings-Grundschule gestartet, um betroffene Kinder und Angehörige zu unterstützen. Spenden können ab Montag in einer Sammelstelle in der Dolgenseestraße abgegeben werden.
Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Es ist bekannt, dass die Wohnung, in der das Feuer ausbrach, mit vielen Einrichtungsgegenständen zugestellt war, was zur schnellen Ausbreitung des Feuers beitrug. Viele Bewohner, deren Wohnungen geschlossen wurden, können ihre Schlüssel bei der Polizei abholen. Eine Begehung der betroffenen Wohnungen ist für Freitag um 10 Uhr geplant.
Brandschutzstatistik und Prävention
Die Tragödie wirft auch Fragen zum Brandschutz auf. Die vfdb-Brandschadenstatistik zeigt, dass Küchen mit 27 % der Brandentstehungen der häufigste Ort für Gebäudebrände sind. In Wohngebäuden machen Küchen fast die Hälfte aller Brände aus. Während Brände in höheren Geschossen seltener auftreten, können sie gravierende Schäden verursachen. Die Statistik hat über 5.000 Gebäudebrandeinsätze aus den Jahren 2013 bis 2017 erfasst und soll als Grundlage für fundierte Entscheidungen im Brandschutz dienen.
Die Herausforderungen im Brandschutz werden zunehmend komplexer. Die vfdb hat daher einen Arbeitskreis Statistik gegründet, um eine zentrale Deutsche Brandstatistik zu entwickeln, die auch neue Brandrisiken wie Elektromobilität und Energiespeicherung berücksichtigt. Eine höhere Anzahl erfasster Fälle kann Erkenntnisse für den abwehrenden und vorbeugenden Brandschutz liefern.
Die Tragödie von Friedrichsfelde ist ein eindringlicher Hinweis auf die Notwendigkeit, die Brandschutzmaßnahmen in Wohngebäuden zu prüfen und gegebenenfalls zu verbessern, um solche verheerenden Vorfälle in Zukunft zu verhindern.