Am Bebelplatz in Berlin-Mitte nehmen die Bauarbeiten am neuen Bernhard-Lichtenberg-Haus weiter Gestalt an. Das Gebäude, das Teil des katholischen Forums „Sankt Hedwig Mitte“ wird, ist derzeit noch eingerüstet, doch die Fortschritte an der Außenfassade sind schon deutlich erkennbar. Im Auftrag des Erzbistums Berlin plant und realisiert das Architekturbüro Max Dudler diesen Neubau, der einen Gebäudetrakt aus den 1970er-Jahren ersetzen soll, der bereits abgerissen wurde. Das historische Altbaugebäude aus dem Jahr 1914 bleibt erhalten und wird umfassend saniert. Ziel des Projekts ist es, eine architektonische Anlehnung an den Altbau zu schaffen, was durch die geplante Sandsteinfassade unterstrichen wird.

Ein schmaler Verbindungstrakt wird zwischen dem historischen Gebäude und dem neuen Flügel errichtet und ermöglicht einen öffentlichen Durchgang von der Hedwigskirchengasse zur Französischen Straße. Das Erdgeschoss des Neubaus wird ein öffentlich zugängliches Café, Ausstellungsflächen, Veranstaltungsräume sowie Seminarräume umfassen. In den oberen Geschossen sind Wohnungen geplant, darunter Dienstwohnungen für das Erzbistum Berlin. Durch diese vielseitige Nutzung soll ein offener Ort für Begegnung, Austausch und Veranstaltungen geschaffen werden. Ein Richtfest ist für das Frühjahr 2025 vorgesehen, während die Fertigstellung des Projekts für Ende 2025 angestrebt wird. Weitere Informationen zu den Bauarbeiten finden Sie auch auf der Webseite Entwicklungsstadt.

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Künstlerische Akzente und kulturelle Inspiration

Im Rahmen des Neubaus fand ein Kunstwettbewerb statt, dessen Gewinnerin die Berliner Künstlerin Tina Born mit ihrem Entwurf „Sankt Hedwig“ wurde. Die Preisgerichtssitzung, unter dem Vorsitz von Künstler Timo Nasseri, fand am 4. Juli 2023 statt. Von acht eingereichten künstlerischen Entwürfen wurde Tina Borns Konzept zur Realisierung empfohlen. Ihre Inspiration zog sie aus der Biografie der Heiligen Hedwig, die als Vorbild christlicher Nächstenliebe gilt und auf Schuhe verzichtete, um mit ärmeren Menschen zu empfinden.

Der Entwurf beinhaltet eine kreisrunde, leicht ansteigende Bronzeplatte im Innenhof zwischen dem Neubau und der Sankt-Hedwigs-Kathedrale. Diese Bronzeplatte zeigt den Abdruck von zwei leicht versetzten weiblichen Füßen und steht in Korrespondenz zum Rundbau der Kathedrale. Die Positionierung der Fußabdrücke vor dem Gebäude, die sich in Richtung Neubau und Platz bewegen, lässt Raum für eigene Gedanken der Betrachter. Die Kreisform der Installation symbolisiert ein gemeinschaftliches, hierarchieloses Miteinander (communio). Weitere Informationen zum Kunstwettbewerb sind auf der Plattform Hedwigs-Kathedrale verfügbar.

Architektur im Wandel der Zeit

Das Bernhard-Lichtenberg-Haus ist nicht nur ein Neubau, sondern auch Teil eines größeren Trends in Berlin, wo historische und moderne Architektur aufeinander treffen. Baustellen prägen das Stadtbild und sind Ausdruck des ständigen Wandels sowie der Aushandlungsprozesse zwischen Wachstum, Nachhaltigkeit und sozialem Zusammenhalt. Die Baugeschichte Berlins ist reichhaltig und umfasst verschiedene Epochen, von der preußischen Klassik bis zur sozialistischen Bauideologie. Aktuelle Bauprojekte verbinden den Erhalt historischer Bauten mit avantgardistischen Neubauten und fördern die soziale Bindung durch gemeinschaftliche Räume.

In Berlin wird zudem viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Innovative Bauverfahren und der Einsatz von umweltfreundlichen Materialien wie Holz und Recycling-Beton zielen darauf ab, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen unterstützen den Einsatz energieeffizienter Technologien, was auch das Bernhard-Lichtenberg-Haus betreffen wird. Ziel ist es, eine Stadt zu schaffen, die Vielfalt, Lebendigkeit und Offenheit verkörpert und gleichzeitig den Herausforderungen des urbanen Lebens gerecht wird. Mehr zu diesem Thema finden Sie in einem Artikel auf Heute Berlin.